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Nutzung von Inhalten in der Zukunft (Unbekannte Nutzungsarten)

Bisher konnte der Urheber nicht vertraglich regeln, ob und wie sein Werk in der Zukunft genutzt werden soll, zum Beispiel mit Nutzungsarten, die noch nicht technisch möglich waren. Das bedeutet, wenn ein Nutzer heute ein 50 Jahre altes Buch digitalisieren will, muss er sich mühsam auf die Suche nach dem Urheber oder seinen Erben machen und sich mit ihnen über die aktuelle Nutzung auseinander setzen. Dieser Weg soll mit dem "zweiten Korb" der UrhG erleichtert werden.

Der Urheber soll jetzt über seine Rechte auch für die Zukunft entscheiden können. "Er erhält aber eine besondere, angemessene Vergütung, wenn sein Werk in einer neuen Nutzungsart verwertet wird. Bis zum Beginn der Verwertung in der neuen Nutzungsart kann der Urheber noch seine Meinung ändern und dieser Nutzung widersprechen", läßt das Bundesjustizministeriums dazu verlauten.

Rechtspersonen, die das Urheberrecht von einem Autor bereits in der Vergangenheit erworben haben, zum Beispiel Verlage und Archive, sollen laut "zweitem Korb" des UrhG die Rechte für neue Nutzungsarten neu erwerben müssen. Sie werden wohl um den oben beschriebenen mühsamen Weg nicht herum kommen.

Ausnahmeregelungen bei der Nutzung von Inhalten in der Zukunft soll es für die Filmwirtschaft und Bibliotheken geben. Die Justizexperten dazu. "Der Filmproduzent soll künftig kraft Gesetzes alle benötigten Verwertungsrechte, auch für noch unbekannte Nutzungsarten, erwerben, wenn sich ein Urheber zur Mitwirkung verpflichtet. (…) Bibliotheken soll es erlaubt werden, ihre Bestände auch an elektronischen Leseplätzen zu zeigen. (…) Ferner wird den Bibliotheken der elektronische Versand von Kopien aus Zeitungen und Zeitschriften sowie kleiner Teile von Büchern als graphische Datei erlaubt, soweit die Verlage kein eigenes elektronisches Angebot machen."

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