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Nötigung & Einschüchterung: Neue Klage gegen Activision Blizzard

15.09.2021 | 12:29 Uhr | René Resch

Bei Activision Blizzard kehrt keine Ruhe ein, in einer neuen Klage werden dem Publisher Nötigung und Einschüchterungsversuche vorgeworfen.

Bei Activision Blizzard bahnt sich neuer Ärger in Form einer erneuten Klage an. Nach den Vorwürfen jahrelanger Diskriminierung und sexuellen Belästigungen geht es diesmal um unfaire Geschäftspraktiken, bei denen Angestellte genötigt sowie eingeschüchtert worden sollen sein. Das berichtet The Verge.

Die neue Klage, die beim "National Labor Relations Board" eingereicht wurde, behauptet, dass Activision Blizzard Einschüchterungs- und Nötigungstaktiken angewandt hat, als Angestellte offen über Lohndiskrepanzen und ihren Wunsch nach einem Ende der Zwangsschlichtung zu diskutierten.

"CODE-CWA", eine Organisation, die sich für die Rechte digitaler Arbeitnehmer einsetzt, reichte die Klage im Namen von "A Better ABK" ein - einer Gruppe von Activision Blizzard-Mitarbeitern, die sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei einem der größten Videospielverlage in den USA einsetzen.

Mitarbeiter fordern Änderungen in Arbeitsverträgen

"Die Geschäftsleitung von Activision Blizzard versucht mit Zwangstaktiken zu verhindern, dass ihre Mitarbeiter ihr Recht wahrnehmen, zusammenzustehen und einen gerechteren, nachhaltigeren und vielfältigeren Arbeitsplatz zu fordern", schrieb die CWA in einer Pressemitteilung, in der sie die Klage ankündigte. "Es ist ihr Recht als Arbeitnehmer, sich für ein Arbeitsumfeld zu organisieren, das frei von Missbrauch, Diskriminierung und sexueller Belästigung ist, und dieses Recht ist durch das Bundesarbeitsrecht geschützt."

"A Better ABK" veröffentlichte eine Liste von Forderungen, die unter anderem ein Ende der obligatorischen Schlichtungsklauseln in allen aktuellen und zukünftigen Mitarbeiterverträgen fordert. In der neuesten Klage, die am 10. September eingereicht wurde, wird Activision Blizzard vorgeworfen, ein "zwanghaftes" Verhalten an den Tag zu legen, das die Versuche von "A Better ABK", Veränderungen zu bewirken, behindert.

"Wenn die NLRB zu unseren Gunsten entscheidet, wird das Urteil rückwirkend gelten und wir werden einen Präzedenzfall schaffen, dass kein Arbeiter in den USA eingeschüchtert werden kann, wenn er über Zwangsschlichtung spricht", schreibt ein Sprecher von Better ABK auf Twitter.

Seitens des Entwicklers blieb eine Stellungnahme bisher aus.

Starke personelle Veränderungen bei Activision Blizzard

Bei Activision Blizzard gibt es seit den Klagen eine Reihe von personellen Veränderungen. So trat etwa der Präsident von Blizzard Entertainment am 3. August zurück. Ebenfalls verließ der Leiter der globalen Personalabteilung das Unternehmen. Activision Blizzard gab zudem bekannt, dass es zwei Stellen im oberen Management neu besetzt hat. Julie Hodges, eine leitende Vizepräsidentin bei Disney, wird die Position des Chief People Officer übernehmen, und Sandeep Dube, Vizepräsident für Finanzen bei Delta Airlines, ist der neue Chief Operating Officer von Activision Blizzard.

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