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Nichts mit anonym: Steuerbehörde schreibt Bitcoin-Besitzer an

30.07.2019 | 10:32 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Anonymität gilt als wichtiger Vorteil von Bitcoin-Geschäften. Doch eine Steuerbehörde gelangte an die Daten von über 10.000 Besitzern von Krypto-Geld. Und schickt diesen nun Droh-Briefe.

Die oberste Steuerbehörde der USA hat damit begonnen mehr als 10.000 Bitcoin-Besitzer anzuschreiben. In dem Schreiben weist die Steuerbehörde daraufhin, dass mit Bitcoins erzielte Einnahmen steuerpflichtig sind. Das berichtet das Wallstreet Journal.

Der Internal Revenue Service IRS warnt die Angeschriebenen in dem Brief, dass diese möglicherweise gegen US-Steuergesetze verstoßen würden. Die Bitcoin-Besitzer sollten das Schreiben sehr ernst nehmen, warnt IRS-Kommissar Chuck Rettig. Und er betont, dass die IRS sich stärker mit virtuellen Währungen befassen werde.

In dem Schreiben sagt die IRS aber nicht, gegen welche Steuergesetze die Bitcoin-Besitzer genau verstoßen haben sollen. Denkbar seien zum Beispiel Kursgewinne bei Bitcoins, die man als Kapitalertragssteuer genauso versteuern muss wie Kursgewinne mit Aktien, sobald man diese verkauft. Auch die Einkommenssteuer könnte betroffen sein.

Bis Ende August 2019 will die IRS alle betroffenen Bitcoin-Besitzer angeschrieben haben. Es soll drei Varianten des Anschreibens geben. Welches Variante der Betroffene erhält, hänge von den Informationen ab, die der IRS über den Steuerpflichtigen vorliegen. In der strengsten Version des Anschreibens werden die Angeschrieben dazu aufgefordert eine eidesstattliche Erklärung zu unterschreiben, dass sie in Einklang mit den Steuergesetzen gehandelt hätten.

Die wichtigste Frage beantwortet die IRS aber nicht: Woher kennt die Steuerbehörde überhaupt die Namen der Bitcoin-Besitzer? Denn Kryptowährungen sollen ja anonym funktionieren. Deshalb sind Bitcoins auch bei Erpressungen mit Ramsomware (Erpressersoftware), oder Pornovideo-Erpressungen und anderen illegalen Geschäften so beliebt. Das Wallstreet Journal vermutet, dass die IRS über die Kryptowährungsbörse Coinbase an die Daten der Bitcoin-Besitzer gelangt sein könnte. Mitte März 2018 musste Coinbase auf einen Gerichtsbeschluss hin Daten (unter anderem mit Namen der Nutzer, Steuernummer, Geburtsdatum und Adresse) über rund 13.000 Kryptowährungskonten an die IRS übergeben. Die an die Behörde übergebenen Daten betrafen Kryptowährungsgeschäfte mit einem Wert von umgerechnet ab 20.000 US-Dollar in den Jahren 2013 bis 2015.

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