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Neuralink: 16 von 23 Affen tot - Tests am Menschen werden ausgesetzt

22.02.2022 | 13:20 Uhr | René Resch

16 der 23 Affen seien an Tests mit Elon Musks Neuralink-Implantaten gestorben. Den Vorwurf der Tierquälerei streitet Neuralink ab. Tierschützer und Experten schlagen Alarm.

Elon Musks Unternehmen Neuralink räumt ein, dass bei den Implantat-Tests Affen gestorben sind, bestreitet allerdings den Vorwurf der Tierquälerei, wie verschiedene Newsseiten, darunter auch ABC-News, berichten.

Mit den Implantaten von Neuralink sollen Gehirne in die Lage versetzt werden, sich mit Computern zu verbinden und zu kommunizieren - auch Nervenschäden sollen so überbrückt werden können und so Gelähmten helfen.

In einem Blog-Beitrag auf seiner Website ging Neuralink auf die "jüngsten Artikel" ein, die "Fragen zur Verwendung von Versuchstieren durch Neuralink am University of California, Davis Primate Center" (UC Davis) aufgeworfen haben. Das Unternehmen erklärte, dass "alle neuartigen medizinischen Geräte und Behandlungen zuerst an Tieren getestet werden müssen, bevor sie aus ethischen Gründen am Menschen erprobt werden können".

16 von 23 Affen tot

Wie hierzulande auch "Die Presse" berichtete, sind allerdings 16 der 23 Affen, die für die Tests eingesetzt wurden, verstorben. Tierschützer in den USA schlagen Alarm und lagen Beschwerde beim Landwirtschaftsministerium (US Department of Agriculture) gegen die UC Davis ein. Zudem klagte eine Tierschutzorganisation auf die Herausgabe von Videos und Fotos, die im Kontext der Versuche entstanden.

Mehr als 600 Seiten Dokumente, die in einer früheren Klage bereits herausgegeben wurden, seine höchst "beunruhigend": "Die Dokumente enthüllen, dass das Gehirn von Affen in schäbigen Experimenten verstümmelt wurde und sie leiden und sterben mussten. Es ist kein Geheimnis, warum Elon Musk und die Universität Fotos und Videos dieses schrecklichen Missbrauchs vor der Öffentlichkeit geheim halten wollen", sagt Jeremy Beckham, Mitglied des Ärzteausschusses.

Das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Neuralink erst kürzlich ankündigte, Tests mit Menschen ausführen zu wollen, wie noch im Januar 2022 "Der Spiegel" berichtete.

Und schon damals kündigte Musk nach einigen wenigen medienwirksamen Präsentationen an, in diesem Jahr die Versuchsreihe mit Menschen starten zu wollen. Wer sich meldet, bekomme "eine Möglichkeit, die Welt zu verändern", pries er seinen möglichen Durchbruch im Biohacking an. Überdies müssen die Probandinnen und Probanden sich "der Mission verschreiben" dazu bereit sein, "an ihren Grenzen und darüber hinauszugehen".

Tests an Menschen vorerst ausgesetzt

Expertinnen und Experten stehen Neuralinks Vision skeptisch gegenüber. Musk bediene sich an einem "Markt von Hoffnung und Versprechen", andere bezeichnen Neuralink-Implantate etwa als "unseriösen Hype".

Vorerst werden Tests an Menschen ausgesetzt, was weniger an zu erwartenden finanziellen Einbußen liegen dürfte. Sollte Neuralink aufgrund der Beschwerden bestraft werden, würden diese Strafen 10.000 US-Dollar nicht übersteigen.

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