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Nettops

03.04.2008 | 12:25 Uhr | Michael Schmelzle

Nettops sind besonders kompakte, leise und stromsparende Desktop-PCs, die zwischen 250 und 400 Euro kosten sollen. Allerdings bieten sie nur eine mässige Schnittstellenausstattung und kaum Erweiterungsmöglichkeiten. Das liegt am spartanisch ausgelegten „Fahrgestell“:

Die Nettops basieren alle auf Mini-ITX-Hauptplatinen, mit denen der Atomprozessor fest verbunden ist. Mangels CPU-Steckplatz ist ein Austausch des Prozessors nicht möglich. Dafür lassen sich alle Mikrochips passiv kühlen, was die Nettops schön leise macht. Auf dem IDF zu sehen waren lediglich zwei Chipsatz-Varianten aus der Desktop-Klasse.

Überwiegend kommt der Intel-Chipsatz 945GC zum Einsatz. Allerdings soll der Desktop-Chipsatz bis zu 22 Watt aus dem Netzteil saugen, was allerdings den Ansatz des Stromsparens ad absurdum führt. Als Alternative bietet sich der SIS671-Chipsatz an, der mit einem Verbrauch von maximal 4 Watt besser zum Atom-Prozessor passt.

Die Mini-ITX-Hauptplatinen sind geradezu asketisch ausgestattet: Für Speicherriegel steht meist nur ein einziger Slot zur Verfügung. Steckplätze für Erweiterungskarten sind ebenfalls Mangelware. Wenn überhaupt, ist in der Regel nur ein PCI- oder 1x-PCI-Express-Slot vorhanden.

Die Grafiklogik beider Chipsatzvarianten unterstützt zwar DirectX 9, für die transparente Desktop-Darstellung unter Vista sind Sie allerdings nicht geeignet. Als Monitoranschluss gibt es lediglich einen analogen D-Sub-Ausgang, was den Verdacht nahe legt, das Intel die Nettop-Hauptplatinen künstlich limitiert – technisch wäre zumindest ein DVI-Buchse kein Problem.

Das ist bedauerlich, schließlich könnte man per 1x-PCI-Express-Grafikkarte mit einem HD-Grafikchip von ATI den Nettop als Abspielstation für High-Definition-Videos (ohne HDCP) aufmotzen - aber möglicherweise reicht ja auch die Rechenleistung der Atom-CPUs nicht aus, um das HD-Signal zu decodieren.
Gute Nachrichten für Bastler: Die Nettop-Hauptplatinen sollen auch im Einzelhandel angeboten werden. Wer sich seinen Nettop selbst zusammenschrauben will, bekommt die günstigsten Hauptplatinenmodelle inklusive Atom-Prozessor bereits für unter 100 Euro.

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