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Netflix will Passwort-Weitergabe eindämmen

12.03.2021 | 10:28 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Netflix erhöht den Druck auf „Schwarzseher“ und versucht die unerlaubte Weitergabe der Zugangsdaten einzudämmen.

Netflix-Kunden dürfen ihren Zugang mit Mitgliedern ihres Haushalts teilen. Netflix schreibt : „Der Netflix-Dienst und sämtliche Inhalte, die über den Dienst angesehen werden, sind ausschließlich für Ihre persönliche und nicht kommerzielle Nutzung bestimmt und dürfen nicht mit Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, geteilt werden.“ Ab dem Tarif „ Standard “ für 12,99 Euro pro Monat kann man Netflix gleichzeitig auf zwei Geräten empfangen und damit seinen Zugang weitergeben und trotzdem selbst noch Netflix schauen. Doch Netflix-Nutzer geben ihre Zugangsdaten eben mitunter auch an Freunde oder Bekannte außerhalb des eigenen Haushalts weiter. Das verstößt gegen die Geschäftsbedingungen.

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Bisher hat Netflix die unerlaubte Weitergabe von Zugangsdaten aber kaum verfolgt. Wobei das Unternehmen allerdings schon länger darüber nachdenkt: Netflix will Wege finden, um Account-Sharing zu unterbinden . Nur unterblieb bisher die konkrete Umsetzung von Maßnahmen gegen unerlaubtes Account-Sharing.

Genau dagegen will Netflix nun aber stärker vorgehen, wie ein Netflix-Sprecher gegenüber The Verge bestätigte .

Netflix blendet nämlich jetzt bei einigen Nutzern einen Hinweis darauf ein, dass diese bestätigen sollen, dass sie der Inhaber des Netflix-Benutzerkontos sind. Hierzu sollen sie sich via Mail oder Kurznachricht einen „Verification Code“ zuschicken lassen. Falls man nicht in einem Haushalt mit dem Besitzer des Netflix-Kontos lebe, könne man aber auch 30 Tage lang Netflix kostenlos ausprobieren - dafür muss man dann natürlich ein eigenes Konto anlegen. Wie viele Nutzer jetzt diese Aufforderung angezeigt bekommen, ist unbekannt. Ein Netflixsprecher sagte gegenüber CNBC nur, dass pro Jahr einige Hundert Nutzer überprüft werden.

Erfolgt diese Bestätigung nicht innerhalb eines gewissen Zeitrahmens - man kann nämlich zunächst auch auf „Verify later“ klicken -  sollen die betroffenen Nutzer von der Netflix-Nutzung ausgesperrt werden. Außerdem werden die Betroffenen dazu aufgefordert ein eigenes Netflixkonto zu erstellen.

Natürlich lässt sich dieses Kontrollverfahren aushebeln. Der tatsächliche Kontoinhaber könnte ja seinem Bekannten den erhaltenen Freischaltcode weiterleiten. Doch insgesamt könnte diese Vorgehensweise die illegale Weitergabe von Netflixkonten durchaus eindämmen.

Netflix hatte im Januar 2021 203,6 Millionen Nutzer gemeldet.

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