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Netflix weigert sich russische Propagandakanäle zu übertragen

01.03.2022 | 11:33 Uhr | René Resch

Per Gesetz wäre Netflix künftig dazu verpflichtet, rund 20 russische Kanäle zu übertragen - das möchte der Dienst nicht.

Im Dezember 2021 wurde Netflix von der russischen Regulierungsbehörde Roskomandsor in das eigene Register für audiovisuelle Dienste aufgenommen, weil der Dienst mehr als 100.000 Abonnenten erreichte. Allerdings ist Netflix nun theoretisch verpflichtet, im Rahmen des russischen Vitrina-Gesetzes, 20 frei empfangbare russische Nachrichten-, Sport- und Unterhaltungsfernsehkanäle zu verbreiten, die übertragen werden müssen. Wie Variety berichtet, möchte Netflix das nicht tun.

Unter den TV-Kanälen, die Netflix jetzt ausstrahlen müsste, stehen einige im Verdacht dem Kreml nahezustehen und Propaganda auszustrahlen. "In Anbetracht der aktuellen Situation haben wir keine Pläne, diese Kanäle in unseren Dienst aufzunehmen", sagte ein Netflix-Sprecher gegenüber Variety.

Das Gesetz ist noch nicht vollständig umgesetzt, obwohl spekuliert wurde, dass es am 1. März in Kraft treten würde. Die Verordnung gelte eigentlich für alle in Russland verfügbaren audiovisuellen Dienste ab einer bestimmten Größe - Netflix ist allerdings bisher der Einzige auf dieser Liste. Andere Anbieter wie etwa HBO Max zeigen Inhalte über lokale Anbieter. Andere Dienste wie etwa Apple TV Plus müssen noch der Liste hinzugefügt werden.

Netflix beobachtet die Situation genau

Derzeit bietet Netflix seinen russischen Mitgliedern weiterhin seinen Dienst an und beobachtet die Situation genau.

Netflix hat sich in Russland vor etwas mehr als einem Jahr mit einer russischsprachigen Benutzeroberfläche und lokalen Zahlungen lokalisiert. Das Geschäft des Streaminganbieters in Russland ist, im Vergleich zum internationalen Geschäft, recht klein. So gibt es keine Büros oder Netflix-Mitarbeiter in Russland.

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