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Netflix verliert 200.000 Kunden, Aktie bricht um 25 Prozent ein

20.04.2022 | 12:09 Uhr | René Resch

Zum ersten Mal in 10 Jahren hat der Streaming-Gigant Netflix einen Kundenrückgang zu verzeichnen. Anleger reagieren nervös.

Netflix hat zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt einen Kundenschwund hinnehmen müssen. Die Nachricht kam auch bei den Anlegern nicht gut an – die Aktie brach im Handel daraufhin um rund 25 Prozent ein, wie auch Cnet berichtet.

200.000 Abos weniger - 2 Millionen weitere Verluste im nächsten Quartal

Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht, sank der Anteil der Abonnenten im Zeitraum Januar bis März um 200.000. Es ist das erste Mal, dass die Zahl der Netflix-Abonnenten zurückgeht, seit der Streaming-Dienst vor sechs Jahren in den meisten Ländern außerhalb Chinas verfügbar wurde. Der Rückgang in diesem Jahr ist zum Teil auf die Entscheidung von Netflix zurückzuführen, sich aus Russland zurückzuziehen, um damit gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu protestieren, was zu einem Verlust von 700.000 Abonnenten führte.

Laut Prognose hatte man mit einem Zuwachs von rund 2,5 Millionen Abonnenten in diesem Zeitraum gerechnet. Nun hat man einen Kundenrückgang zu verzeichnen. Und wie das Unternehmen selbst mitteilt, ist das wohl erst der Anfang. Netflix prognostiziert für den Zeitraum von April bis Juni einen weiteren Abonnentenverlust von weiteren 2 Millionen Kunden.

Netflix-Aktie bricht um 25 Prozent ein

Die Aktien von Netflix brachen im nachbörslichen Handel um 25 Prozent ein. Bis zum US-Börsenschluss waren die Netflix-Aktien seit Jahresbeginn gar insgesamt um 40 Prozent gefallen.

Weiterhin positiv: Insgesamt meldete Netflix einen Gewinn von 1,6 Milliarden US-Dollar oder 3,53 US-Dollar pro Aktie, verglichen mit 1,7 Milliarden US-Dollar oder 3,75 Cent pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz stieg um rund 10 Prozent auf 7,87 Milliarden US-Dollar.

Netflix könnte weiterhin wachsen

Das Unternehmen sieht auch weiterhin die Möglichkeit zu wachsen, und hofft auch steigende Vernetzung:

"Es wird immer deutlicher, dass das Wachstumstempo in unserem zugrundeliegenden adressierbaren Markt teilweise von Faktoren abhängt, die wir nicht direkt kontrollieren können, wie z. B. die Verbreitung von vernetzten Fernsehern, die Akzeptanz von On-Demand-Unterhaltung und die Datenkosten", so das Unternehmen in einer Erklärung. "Wir glauben, dass sich diese Faktoren im Laufe der Zeit weiter verbessern werden, sodass alle Breitbandhaushalte potenzielle Netflix-Kunden sein werden."

Account-Sharing ist ein riesiges Problem für Netflix

Was sich für Netflix, neben der starken Konkurrenz wie etwa Disney+, immer weiter als Problem herauskristallisiert, ist die gemeinsame Nutzung von Konten. Das Unternehmen schätzt, dass neben den 222 Millionen zahlenden Nutzern etwa 100 Millionen weitere Haushalte Netflix hinzukommen. Der Streaming-Gigant sucht dementsprechend Mittel und Wege, diese Kunden zu monetarisieren:

"Der prozentuale Anteil der gemeinsamen Nutzung von Konten an unserer zahlenden Mitgliedschaft hat sich über die Jahre kaum verändert, aber in Verbindung mit dem ersten Faktor bedeutet dies, dass es in vielen Märkten schwieriger ist, die Zahl der Mitglieder zu erhöhen - ein Problem, das durch unser COVID-Wachstum verdeckt wurde" , heißt es in der Stellungnahme. "Auch wenn wir nicht in der Lage sein werden, alles davon sofort zu monetarisieren, glauben wir, dass es kurz- bis mittelfristig eine große Chance darstellt."

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