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Netflix erhält Rabatt auf Play-Store-Gebühren

30.08.2021 | 17:09 Uhr | Denise Bergert

Neue Dokumente in einem Kartellrechtsverfahren zeigen, dass Google im Play Store Rabatte für bestimmte Unternehmen gewährt.

Google ist derzeit in den USA in ein Kartellrechtverfahren verwickelt, welches dem von Epic gegen Apple ähnelt. Mehrere Staatsanwälte werfen dem Konzern vor, seine Monopolstellung im Play Store zu missbrauchen.

Aus einem neuen Dokument in diesem Rechtsstreit geht nun hervor, dass Google einige große Unternehmen in seinem Play Store von den üblichen Gebühren befreit und ihnen Rabatte einräumt. Laut dem Dokument hätten Netflix, Tinder und Spotify wiederholt versucht, die Gebühren in Höhe von 30 Prozent, die bei einem Abo-Abschluss an Google als Play-Store-Betreiber zu entrichten sind, zu umgehen. Insbesondere Netflix hätte Google um ein alternatives Bezahlsystem gebeten. Damit der Streaming-Dienst die App-Store-Gebühren nicht gänzlich umgeht, sei Google dem Unternehmen entgegengekommen und hätte pro Abo-Abschluss eine sehr viel geringere Gebühr verlangt.

In einer Stellungnahme gegenüber dem IT-Magazin The Verge erklärt ein Google-Sprecher: „Für alle Entwickler gelten die gleichen Richtlinien wie für alle anderen Entwickler, einschließlich der Zahlungsrichtlinien. Wir haben seit langem Programme, die Entwickler mit erweiterten Ressourcen und Investitionen unterstützen. Diese Programme sind ein Zeichen für einen gesunden Wettbewerb zwischen Betriebssystemen und App-Stores und kommen den Entwicklern zugute.“

Google wird in dem Kartellrechtsverfahren für seine Gebühren angegriffen. Den Klägern zufolge habe der US-Konzern die Gebühren-Abgaben in Höhe von 30 Prozent lediglich von Apple „kopiert“. Google wehrt sich gegen die Monopol-Vorwürfe und betont, dass Android sehr viel mehr Freiheiten biete als Konkurrenz-Betriebssysteme. Nutzer könnten schließlich selbst entscheiden, ob sie Apps aus dem Play Store oder aus alternativen Quellen installieren. Diese alternativen App Stores würden jedoch nicht prominent auf Smartphones präsentiert, argumentiert die Gegenseite. Zudem erlaube Google seinen Entwicklern nicht, Kontaktdaten von Nutzern zu sammeln und mit ihnen Kontakt aufzunehmen – ein Entgegenkommen, das Apple erst in diesem Monat in seinem Kartellrechtsverfahren zeigte.

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