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Need for Speed Heat angespielt - NFS:Underground in Miami

03.09.2019 | 14:41 Uhr |

Gerade erst enthüllt, schon gespielt: Need for Speed Heat wird ein spielbares Fast & Furious: Hobbs & Shaw – nur ohne Dwayne „The Rock Johnson“ und Jason Statham, dafür mit brutalen Straßenschlachten gegen die Polizei unter den Neon-Lichtern Miamis. Und dem Tuning von Underground. Need for Speed Heat im Hands-On-Test.

Flammensäulen schießen in die Luft, der Audi R8 V10 Performance steht unruhig an der Startlinie. Will endlich den Motor reinkicken, die Power von 1000 PS wollen rausgebrüllt werden. Wahnsinn, wie bei der Weltpremiere von Need for Speed Heat ein Motor aufbrüllt, sich wie eine Urgewalt in Ihr Hirn frisst und einfach nur Lust auf mehr macht: mehr Auto, mehr PS, mehr Sound, mehr Luxus-Karossen. Breiterer Heckspoiler an den McLaren P1? Immer ran. In der Sonne spiegelnder Karbonüberzug für den BMW i8? Aber immer gerne. Need for Speed Heat verdient sich seinen Namen, weil Sie nicht nur den Nitro-Booster reinhauen, wie Dwayne „The Rock“ Johnson in Fast & Furious: Hobbs & Shaw, sondern sich auch regelrechte Straßenschlachten mit der Polizei liefern und sich dadurch Ihr Heat-Meter füllt. Ganz ähnlich wie in den alten Fast & Furious-Teilen sorgt die Popularität im Street Racing auch dafür, dass uns die Cops härter und ja, auch ein bisschen brutaler, jagen.

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Vom La Ferrari bis zum Lamborghini Countach: Supersportler mit dem Need for Speed

Hier gibt’s ordentlich Gameplay-Material mit McLaren P1, La Ferrari und ein paar anderen Träumen auf vier Rädern:

Das neue Need for Speed Heat lässt die Straße brennen, wie damals das gute, alte Underground. Neon-Bodenbeleuchtung sorgt für einen glitzernden grünen, roten oder orangen Schleier, der durch die Nacht zieht. Spiegelungen, blinkende Lichtschleier und ein dutzend Cops im Nacken – das ist die Nacht von Palm City. Gefahren wird alles, was gut, schnell und teuer ist: Corvette Stingray, James Bonds Aston Martin DB 11, Audi R8 V10 Performance Coupé und S5 Sportback, BMW i8, Jaguar F Type (yep, der F-Type aus James Bond: Spectre) und gleich das ganze Portfolio von Ferrari und Lamborghini: Von Klassikern wie dem 458 Italia und Oldies, wie dem legendären 1988er Ferrari F40 und Testarossa Coupé bis hin zum neuen 2019er Ferrari 488 Pista und einem der teuersten Autos der Welt – dem La Ferrari. Auch Lamborghini lässt sich nicht lumpen: Gute, alte Klassiker, wie der Lamborghini Countach rollen an die Startlinie, genauso wie der 95er Murciélago SV und natürlich die neuen Stier-Boliden: Huracan Spyder und sogar der 2019er Aventador S Roadster. McLaren will da in nichts nachstehen: Der 2015er P1 GTR ist selten auf Europas Straßen, wurden auch nicht so viele gebaut. Und den McLaren P1 sieht man öfter in Games, als in freier Wildbahn. Spannend sind auch der McLaren 600LT und 570S Spider.

Die Art, wie Need for Speed Heat seine Blur-Effekte setzt und damit das Gleißen des Blaulichts der Cops noch mehr rausarbeitet, erinnert an einen Hollywood-Film.
Vergrößern Die Art, wie Need for Speed Heat seine Blur-Effekte setzt und damit das Gleißen des Blaulichts der Cops noch mehr rausarbeitet, erinnert an einen Hollywood-Film.
© Electronic Arts

Das wird spaßig, schließlich wird hier hart getunt: In Need for Speed Heat wechseln wir nicht nur die Felgen, sondern bauen Bodykits an, verwandeln Supersportler in Renn- und Driftschleudern. Etwas schade: Zumindest bislang sieht es aus als wäre der Mercedes AMG Project One, das erste Straßenauto mit Formel-1-Motor noch nicht am Start, auch ansonsten ist die AMG-Sparte etwas dünner besetzt mit GTS Roadster, C63 Coupé und anderen, die man schon kennt. Porsche-Fans dürfen sich übers komplette Line-up freuen: Von den üblichen Kandidaten der 911er-Reihe wie Carrera, GT2, Targa 4 GTS und 918 Spyder ist alles dabei. Leider fehlt aber bislang der neue e-Performer der Zuffenhausener, der Taycan. Für Oldtimer-Fans gibt’s dafür den 1973er 911 Carrera RSR für die heimische Garage. Fast das komplette Line-Up liefert auch BMW, vom BMW M3 und M4 Coupé über den M5 und M4 Convertible wird auch die komplette 2019er-Range abgeliefert: Das BMW i8 Coupé und die 2020er-Neuauflage des legendären Z4. Und sogar der X6 ist als SUV dabei, freut uns ja immer. Subaru liefert die aus der Serie bekannten Driftschleudern Marke BRZ und Impreza WRX STI in doppelter Ausführung aus 2010 und 2006. Spannend, weil sehr selten in Need for Speeds: Range Rover ist am Start – m wer James Bond: Spectre gesehen hat, kann sich vorstellen, dass der Defender 110 und der Range Rover Sport SVR besonders gut zum Crashen, … pardon, Abdrängen von Polizeifahrzeugen geeignet sind. Der Fahrparcours ist beeindruckend, satte 130 voll lizensierte Autos sind dabei. Hier lässt EA nichts anbrennen.

Palm City: Kunstdrifts, Cops-Crashen oder Street Racing wie in Fast & Furious

Schon geil, mit so einem komplett durchgetunten AMG Palm City unsicher zu machen. Neu für die Reihe sind die eher einfachen Polizei-Autos - Supersportler sind dieses Jahr den Rasern vorbehalten.
Vergrößern Schon geil, mit so einem komplett durchgetunten AMG Palm City unsicher zu machen. Neu für die Reihe sind die eher einfachen Polizei-Autos - Supersportler sind dieses Jahr den Rasern vorbehalten.
© Electronic Arts

Am Tag zeigt sich Florida von seiner besten Seite: Heiße Beach-Ladies, im Wind wehende Palmen, ein bisschen Cruisen über den Palm-City-Boulevard. Vorbei an noblen Geschäften in der Einkaufsmeile, an Villen und dem Strand. Palm City, das ist im Grunde Miami, mit ein paar künstlerischen Neuinterpretationen. Sogar die Polizeifahrzeuge sind sehr nah dran an denen Miamis -  Ford Crown Victoria, Chevrolet Impala, Ford Interceptor und der Dodge Challenger mit Bullenfänger vorne -  perfekt für Rammmanöver. Anders als viele seiner Vorgänger, setzt Need for Speed Heat beim Fuhrpark des Palm City Police Departments auf authentische Vehikel. Lamborghini und Bugatti wie früher sind den Rasern vorbehalten, die Cops fahren Autos, die für Drehmanöver und zum Rammen gemacht sind -  stabile, amerikanische Kisten, bei denen ein Kratzer nicht so weh tut. Wer es zu weit treibt, bekommt es allerdings auch mit Polizeihelikoptern und einer speziell gepanzerten Einheit zu tun, dem Rhino. Der Rhino ist ein Humvee, der Autos zerstört, bevor er sie zum Stehen bringt. Ergibt Sinn, sich zwei Mal zu überlegen, ob man nicht lieber einfach nur die Strafe löhnt. Oder seinen Supersportler zum Schrottwert abholen will.

Neu in Tuning-Hausen: Der Auspuff lässt sich jetzt stark modifizieren, damit der Motorensound noch ein bisschen mehr röhrt. Lasst das aber nicht Greta hören.
Vergrößern Neu in Tuning-Hausen: Der Auspuff lässt sich jetzt stark modifizieren, damit der Motorensound noch ein bisschen mehr röhrt. Lasst das aber nicht Greta hören.
© Electronic Arts

Ganz spannend: Die Cops werden nur bei Nacht aggressiv, am Tag sind alle im Chill-Modus. Need for Speed: Heat unterscheidet sehr stark zwischen Tag und Nacht. Bei strahlendem Sonnenschein warten Herausforderungen, Rennen in abgesteckten Streckenabschnitten und eine Polizei, die eher einen Strafzettel ausstellt, statt ihre Karre zu demolieren. Am Tag finden die legale Rennen statt, geht die Sonne unter, starten die illegalen Rennen, dort wo es den dicken Cash abzuräumen gibt. Je öfter Sie gewinnen, desto höher steigt Ihr Heat-Level. Je höher der Heat-Level, desto bessere Duelle gibt’s, um den bösen Jungs ihre heißen Supersportler abzuluchsen. Das kennt man aus The Fast & Furious. Doch je höher der Heat-Level, desto höher auch das Interesse der Polizei, uns aus dem Verkehr zu ziehen. Da preschen dann schon mal zwei Dodge Charger an, nehmen uns in die Zange und bringen uns unsanft zum Stehen. Rammen uns gegen die nächste Mauer oder sorgen für den Abflug. Hat uns die K.I. gefallen? Zu früh, um ein Urteil zu fällen, aber etwas gechillter dürften die Cops es angehen lassen. Klar, es sind amerikanische Polizisten, aber die Jungs verursachen mehr Chaos auf den Straßen als Will Smith und Martin Lawrence in Bad Boys II.

Das Gameplay: griffige Steuerung, schwankende Balance

Die Autos fühlen sich griffig an und lassen sich schön in den Powerdrift drücken. Das Fahrgefühlt bleibt eher arcade-lastig.
Vergrößern Die Autos fühlen sich griffig an und lassen sich schön in den Powerdrift drücken. Das Fahrgefühlt bleibt eher arcade-lastig.
© Electronic Arts

Spielerisch fühlen sich die Supersportler ähnlich griffig an wie in Payback. Das geht schon Richtung Burnout, hier sollte eigentlich nichts mehr anbrennen. Need for Speed Heat ist vielleicht etwas arcadiger, Payback hatte hier stärker den Drift Richtung Simulation vom ersten Eindruck. Man spürt etwa am Auto, ob Fahrwerk und Reifen auf Drift oder Grip eingestellt sind. Dies geschieht anhand eines Reglers, der sich in jeweils drei Stufen nach links oder rechts schieben lässt. Doch das ist nur die grobe Basis für die Feinjustierung.  Wer sich besser mit der Materie auskennt, der passt den Reifendruck individuell an und widmet sich den üppigen Tuning-Optionen. Mehr PS wollen entsprechend gekühlt werden und verlangen nach besseren Luftfiltern, auch ECU-Chiptuning und unterschiedliche Turbolader gibt es. Letztere komprimieren die Luft, die in den Motor eingesaugt wird. Je mehr Luft in den Zylinder gelangt, desto mehr Benzin kann er ziehen. Als problematisch zeigt sich allerdings die Gummiband-KI. Es ist unverständlich, dass EAs Racing-Team nach so vielen Spielen noch immer nicht in der Lage ist, eine eine K.I. abzuliefern, wie sie ein Forza Horizon 3 auffährt –   also durchaus arcadig und auf Spaßfaktor getrimmt, aber mit der richtigen Balance zur Authentizität. Diese Gummiband-KI führt dazu, dass der kleinste Fehler zu massiven Platzverlusten führt. Das wäre okay, wären die Fahrer hinter uns gewesen. Aber es ist schon sehr merkwürdig, dass sie im einen Moment nicht mal im Rückspiegel zu sehen sind. Und dann einfach an uns vorbeiziehen, nur weil wir mit etwas zu viel Speed in die Kurve gegangen und uns verbremst haben. Hier muss Ghost Games nochmal ran und sprichwörtlich Gas geben, denn NFS: Heat erscheint bereits am 8. November 2019.

Fazit:

Zwei Herzen schlagen in unserer Brust: Auf der einen Seite fährt Need for Speed Heat einen Fuhrpark zum Niederknien auf. Da ist alles dabei, was Autoliebhaber sich wünschen. Auch ist Miami toll umgesetzt, eines der Rennen am Hafen lässt auf Großes hoffen. Auch die Fahrphysik gefällt, aber die Cops sind uns etwas zu aggressiv. Vor allem will das Ganze nicht so richtig passen: Die amerikanischen Polizisten sind gefühlt mit ihren einfachen US-Marken Autos genauso schnell, wie wir in einem hochgezüchteten Supersportler. Das Tuning macht Laune, hier lässt Heat schnell Underground-Feeling aufkommen. Gummiband-KI und die Crash-Cops aus Palm City sollten aber bitte entschärft werden.

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