2457775

Nathalie: Supersportwagen mit 300 km/h, >€400.000, ohne Benzin & Riesen-Batterie

25.09.2019 | 14:33 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Nathalie ist nach drei Minuten voll. Und läuft danach bis zu 850 Kilometer weit. Denn Nathalie ist ein Elektro-Hybrid-Sportwagen mit Brennstoffzelle. Aus Ingolstadt. Aber nicht von Audi.

Nathalie ist ein Supersportwagen, der seine Kraft nicht aus einem V6 oder V8 mit vielen Litern Hubraum und auch nicht nur aus der über 400 Kilogramm schweren Riesen-Batterie über dem Bodenblech holt – wie es beim zugegebenermaßen recht gelungenen Tesla der Fall ist. Stattdessen handelt es sich bei Nathalie um eine Hybrid-Lösung aus Elektro-Auto und Brennstoffzellenfahrzeug, die ihre Energie aus Methanol gewinnt.

Nathalie ist laut Hersteller Gumpert Aiways Automobile GmbH über 300 Kilometer pro Stunde schnell, beschleunigt in sagenhaften 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und schlägt damit locker den nagelneuen Porsche Taycan. Nathalie lässt sich anders als jedes derzeit verfügbare Elektro-Auto in nur drei Minuten wieder auf volle Reichweite bringen, sofern Sie eine Methanol-Tankstelle finden. Und sofern man den Tritt auf das „Gaspedal“ zügelt und nur mit 80 km/h des Weges schleicht, soll Nathalie mit einer Tankfüllung bis zu 850 Kilometer weit kommen. Im nicht näher beschriebenen Eco-Modus soll sie sogar bis zu 1200 Kilometer mit einer Tankladung schaffen. Allerdings wäre man dann vermutlich mit einem Fahrrad schneller unterwegs…

Für einen Großteil der Leistung und Reichweite sorgt aber auch bei Nathalie der Strom aus der Batterie über dem Fahrzeugboden. Diese Batterie laden Sie klassisch an einer Ladesäule auf. Roland Gumpert erwähnt dieses wichtige Detail aber in seiner Fahrzeugbeschreibung fast gar nicht und betont stattdessen immer das Methanol und die Brennstoffzelle. Doch tatsächlich ist Nathalie ein Plugin-Hybrid-Supersportwagen, der seinen Strom eben aus zwei Quellen bezieht: Aus der 60-kWh-Batterie und aus der 5-kW-Brennstoffzelle, die wie ein Range-Extender die Reichweite von Nathalie noch einmal verlängert, indem sie Strom aus dem Methanolgemisch gewinnt.

Brachial:   Bollingers E-Geländewagen mit 614 PS, 120 kWh-Batterie & 322 Kilometer Reichweite

Ein Gitterrohrrahmen ist das Grundgerüst von Nathalie, verbunden mit einem Karbon-Chassis. Damit Nathalie ihre reichlich vorhandene Leistung sicher auf die Straße bringt, verfügt sie über Allradantrieb. Die Leistung reicht bis 600 kW, wobei jedes der vier Räder von einem eigenen Elektro-Motor (dabei handelt es sich aber nicht um Radnabenmotoren) angetrieben wird - vier Elektro-Motoren hat beispielsweise auch der 1200 PS starke und 1,25 Millionen Euro teure Drako Motors GTE, der allerdings kein Hybrid-Brennstoffzellen-Auto, sondern ein reines Elektro-Auto mit Riesen-Batterie ist.

Sie können Nathalie hier vorbestellen. Dafür ist eine Anzahlung von 20.000 Euro erforderlich. Derzeit fährt allerdings noch keine Nathalie auf der Straße, Auslieferungsstart soll im Frühjahr 2020 sein. Das Basismodell der Gumpert Nathalie First Edition kostet 407.500 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Darüber hinaus sind Zusatzoptionen und Sonderausstattungen erhältlich. Leasing ist ebenfalls möglich. Nathalie wird übrigens in der Audi-Stadt Ingolstadt gebaut. Der Vater von Nathalie ist der ehemalige Audi-Ingenieur und -Manager Roland Gumpert.

Übrigens: Ein Ölwechsel für 21.000 Dollar ist bei Nathalie überflüssig.

Wenn derzeit über Alternativen zu Autos mit Verbrennungsmotoren gesprochen wird, dann reden Politiker, Umweltaktivisten und in die Enge getriebene Automobil-Hersteller fast ausschließlich von Elektro-Autos. Die wiegen dann zwar locker 2,5 Tonnen und walzen bei einem Unfall jedes andere Verkehrsmittel platt, brauchen irre lang zum Aufladen und haben in der Realität nur überschaubar lange Reichweiten. Obendrein werden die für die Akkus benötigten Rohstoffe unter Umständen unter ausgesprochen zweifelhaften Umständen für Mensch und Umwelt gewonnen -  aber das scheint in der aufgeheizten Diskussion derzeit niemanden zu stören.

Brennstoffzellen-Autos, die ihren Strom meist aus Wasserstoff (oder eben auch aus Methanol) gewinnen, führen dagegen – zumindest in Deutschland – ein extremes Nischendasein. Die deutschen Automobil-Hersteller zeigen sich hier sehr zögerlich. BMW beispielsweise könnte sich den Brennstoffzellen-Antrieb vielleicht noch in Nutzfahrzeugen vorstellen, doch nur einige wenige Anbieter wie Toyota mit dem Mirai oder Hyundai mit dem ix35 Fuel Cell und dem Nexo bieten hierzulande tatsächlich PKWs mit dieser fortschrittlichen Antriebstechnik an.

Porsche Taycan: Bis zu 761 PS, 2,8-Sekunden-Sprint, ab 152.136 Euro

Der Volvo XC40 bekommt einen vollelektrischen Ableger

Tesla Model 3 im Test + Video: Irrer Sprint, rasanter 15-Zöller und always online

Drako Motors GTE: E-Sportwagen mit 1200 PS, 8800 Nm, Stückpreis 1,25 Mio

Porsche 911: Alle 8 Sportwagen-Generationen in Wort und Bild

Porsche tauscht Motoren des 911 GT3 wegen Brandgefahr aus

Bugatti Veyron: Video zeigt Ölwechsel für 21.000 Dollar

PC-WELT Marktplatz

2457775