60634

Keine passenden MitarbeiterNachwuchs wird hofiert

09.08.2006 | 15:45 Uhr |

Andreas Schweinbenz, Netviewer: 'Wer in der IT-Branche nicht mit den besten Mitarbeitern in der obersten Liga spielt, ist schnell weg vom Fenster.'
Vergrößern Andreas Schweinbenz, Netviewer: 'Wer in der IT-Branche nicht mit den besten Mitarbeitern in der obersten Liga spielt, ist schnell weg vom Fenster.'
© 2014

Zu den Softwarehäusern, die nicht alle IT-Stellen besetzen können, gehört die Netviewer GmbH in Karlsruhe. Geschäftsführer Andreas Schweinbenz: "Wir haben in den letzten Monaten 80 Softwareentwickler eingestellt, für sieben weitere Positionen in der Entwicklung konnten wir keine passenden Mitarbeiter finden." Dabei ist man bei Netviewer nicht nur auf jüngere Hightech-Fachleute fixiert. Wenn ein IT-Profi die Anforderungen erfüllt, spiele das Alter keine Rolle. Auf die Vorwürfe der Gewerkschaft, Unternehmen würden immer nur perfekte Bewerber wollen, kontert Schweinbenz: "Wer in der IT-Branche nicht mit den besten Mitarbeitern in der obersten Liga spielt, ist schnell weg vom Fenster." Schließlich gehe es darum, nicht nur bestehende Jobs zu halten, sondern auch neue zu schaffen. Dafür aber seien hoch qualifizierte Hightech-Experten vonnöten - und genau daran hapere es. Deshalb streckt Netviewer mittlerweile seine Fühler nach Osteuropa aus. Um das Personalproblem nicht noch durch Fluktuation im eigenen Haus zu verschärfen, wird beim Softwareunternehmen Personal-Marketing groß geschrieben. "Bei einem jährlichen Wachstum von 120 Prozent und gleichzeitigem Mangel an qualifizierten Softwareleuten ist es entscheidend, die guten Leute an Bord zu halten", so Schweinbenz.

"Die Softwarehäuser merken, dass immer weniger qualifiziertes Personal zur Verfügung steht", bestätigt auch Martin Hubschneider, Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG. Im Raum Karlsruhe gibt es seiner Meinung nach etliche IT-Unternehmen, die ihre freien Stellen nicht besetzen können. Deshalb sei CAS zu gewissen Konzessionen bereit. So legt der Vorstandsvorsitzende größeren Wert auf Teamfähigkeit als auf Noten: "Das wichtigste ist doch, dass die potenziellen Kollegen engagiert und motiviert sind und ins Team passen." Deshalb würde Hubschneider immer den Bewerber bevorzugen, der neben dem Studium Praxiserfahrungen gesammelt oder im Ausland studiert oder gearbeitet hat - auch wenn dies auf Kosten der Noten gegangen sei.

Um neue Leute zu gewinnen, bietet das Softwarehaus Studenten an, ihre Diplomarbeit im Unternehmen zu schreiben. Auch würden die eigenen Mitarbeiter in die Suche nach neuen Kollegen erfolgreich eingeschaltet. Hubschneider: "Wenn der Personalmarkt eng wird, muss eben der Arbeitsplatz so attraktiv wie möglich sein. Dazu gehören gutes Betriebsklima, Weiterbildungsangebote und Beteiligung am Unternehmenserfolg."

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
60634