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Wikileaks veröffentlichte Akten aus Hackerangriff auf Bundestag

12.12.2016 | 11:33 Uhr |

Die Akten des Bundestags-Untersuchungsausschuss zur NSA-Affäre, die Wikileaks veröffentlicht hat, stammen wohl von dem spektakulären Hackerangriff auf den Bundestag im Jahr 2015.

Die von Wikileaks Anfang Dezember 2016 veröffentlichten Akten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags stammen laut einem Bericht der FAZ vermutlich von dem spektakulären Hackerangriff auf den Bundestag im Jahr 2015.

Kurzer Rückblick: Deutsche Sicherheitsbehörden entdeckten den Hackerangriff auf den Bundestag erst im Mai 2015, also etliche Monate nach dem Beginn des Hackerangriffs. Die Angreifer konnten sich im Bundestags-Netzwerk frei bewegen. Tausende von PCs infizierten die Angreifer mit ihrem Trojaner. Aufgrund der Komplexität kam bald der Verdacht auf, dass ein ausländischer Geheimdienst hinter der Attacke stecken könnte. Bald gab es Indizien dafür, dass Hacker aus Russland in die Server und PCs des Bundestages eingedrungen sein könnten. Die Säuberung der infizierten Rechner dauerte bis weit in den August 2015 hinein.

Für die Vermutung, dass die von Wikileaks kürzlich veröffentlichten Daten aus dem damaligen Hackerangriff auf den Bundestag stammen, würde sprechen, dass Wikileaks keine Akten aus der Zeit nach Januar 2015 veröffentlicht habe. Obwohl die Behörden, deren an den NSA-Ausschuss gelieferte Akten in dem Wikileaks-Datenpaket enthalten sind, auch nach dem Frühjahr 2015 Akten geliefert haben.

Zudem würde es sich bei den von Wikileaks veröffentlichten Materialien fast ausschließlich um als „Verschlusssache - nur für den Dienstgebrauch“ eingestufte Akten handeln. Das ist das niedrigste Geheimhaltungslevel. Papiere mit dieser Einstufung werden im NSA-Ausschuss digital verschickt, während die Ausschuss-Mitglieder vertraulichere Dokumente nur in besonders geschützten Räumen in Papierform einsehen dürfen.

Falls diese Vermutung zutrifft, dann gäbe es weder im NSA-Ausschuss noch bei den damit zusammenarbeitenden Behörden wie Bundeskanzleramt oder BND eine undichte Stelle.

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Darum geht es

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte Anfang Dezember geheime Informationen aus den Akten des NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags veröffentlicht. Dabei handelt es sich laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung um 2420 Dokumente, die zusammen 90 Gigabyte groß sind. Die Unterlagen sollen den „fast vollständigen Schriftwechsel zwischen dem Ausschuss und der Bundesregierung vom Beginn der Ausschussarbeit im Frühjahr 2014 bis Januar 2015 enthalten.“ Sie stammen von diversen Bundesbehörden wie zum Beispiel dem Bundeshanzleramt, dem Bundesnachrichtendienst und dem Verfassungsschutz sowie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

In den teilweise vertraulichen Dokumenten, darunter auch E-Mails, stehen die Klarnamen der beteiligten Personen. Aus den veröffentlichten Unterlagen gehe hervor, wie der NSA-Ausschuss arbeitet und wie die Geheimdienste die Arbeit des Ausschusses erschweren würden, wie Spiegel Online schreibt.

Der NSA-Ausschuss soll die Affäre um die Überwachungs- und Spionagemaßnahmen der US-Geheimdienste und die damit verbundene Rolle des Bundesnachrichtendienstes BND untersuchen. Darauf bezieht sich auch die oben stehende Karikatur von Wikileaks.

Konstantin von Notz, der Grünen-Obmann im NSA-Ausschuss, reagierte empört auf die Weitergabe der geheimen Unterlagen an Wikileaks:

Die Abgeordneten fürchten, dass ihnen künftig der Zugang zu den Unterlagen erschwert und generell die elektronische Weitergabe der Daten erschwert werden könnte.

Das ist nicht das erste Mal, dass Wikileaks Protokolle des NSA-Untersuchungsauschuss des Deutschen Bundestag veröffentlicht. Bereits im Mai 2015 hat Wikileaks solche Dokumente ins Internet gestellt.





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