2638988

NASA macht Marsrover wieder fit - über 60 Millionen km entfernt

30.01.2022 | 08:24 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Hurra: Der Marsrover Perseverance ist wieder voll funktionsfähig. Der Rover konnte die blockierenden Gesteinsbrocken loswerden. Die NASA steuert das Rettungsmanöver aus über 60 Millionen Kilometer Entfernung.

Einige kieselsteingroße Gesteinsbrocken hatten den Probenaufnahmemechanismus des Marsrovers Perseverance blockiert, wie wir berichtet haben: Stress auf dem Mars - Schutt blockiert Marsrover Perseverance. Doch den NASA-Wissenschaftlern gelang es über eine Entfernung von über 60 Millionen Kilometern die Steine zu entfernen und den Marsrover wieder voll einsatzfähig zu machen. Das teilte die NASA nun mit.

Perseverance hatte die letzten Tage mit Versuchen verbracht, die blockierenden Steine wieder loszuwerden. Die NASA hatte den Rover hierzu auf einen kleinen Felsvorsprung fahren lassen, damit er in einem Winkel stehen würde, der für den Auswurf der Kieselsteine von Vorteil sein könnte. Dass die danach erfolgten Dreh-Versuche des sogenannten „Karussells“ sowie weitere Maßnahmen mit dem Bohrer von Perseverance erfolgreich waren, wissen die Wissenschaftler, seit es Perseverance gelang das entsprechende Teil seiner Aufnahmevorrichtung wieder vollständig rotieren zu lassen, ohne dass dabei ein Hindernis entdeckt wurde. Die Wissenschaftler ließen danach den Marsrover noch einmal vibrieren, um mögliche letzte Reste zu entfernen.

Die Wissenschaftler hoffen aus der Lösung des Problems mit der klemmenden Probenaufnahmetechnik so viel dazu gelernt zu haben, dass sie ähnliche Probleme in Zukunft schneller lösen können.

Marsrover geht sofort wieder an die Arbeit

Damit ist Perseverance wieder in der Lage Proben aufzunehmen und sicher zu versiegeln, die er mit seinem Bohrarm aufnimmt. Die NASA-Forscher ließen auch keine Zeit verstreichen, sondern schickten Perseverance sofort wieder an die Arbeit. Ziel der nächsten Bohrung samt Probenaufnahme ist ein Felsen, den die Wissenschaftler auf den Namen "Issole" getauft. Die Forscher hoffen, dass es gelingt, einen Bohrkern aus dem Felsen zu entnehmen, ohne dass dieser wieder zerfällt, wie es in der Vergangenheit bei der ersten Felsbohrung der Fall war.

Falls Sie sich jetzt fragen, was mit den eingesammelten und versiegelten Proben passieren soll: Diese sollen in einem aufwendigen Manöver zur Erde gebracht und hier ausgiebig analysiert werden.

In diesen Beiträgen stellen wir das spannende Projekt genauer vor:

Hammerplan: So will die NASA Bodenproben vom Mars zur Erde bringen

Video: So kommen Mars-Proben zur Erde ohne gefährliche Keime

Mars Rover schickt Bodenprobe zur Erde

Warum sollen die Proben überhaupt zur Erde?

Zwar kann Perseverance bereits vor Ort die Proben etwas analysieren. Doch auf der Erde stehen für die Untersuchung der Staub-, Gesteins- und Luftproben viel mehr Möglichkeiten und leistungsfähigere Geräte zur Verfügung. Zudem lassen sich auf der Erde in modernen Labors die Proben viel schneller untersuchen.

Perseverance gelingt zweite erfolgreiche Mars-Bohrung

PC-WELT Marktplatz

2638988