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NASA jagt Satelliten in Asteroiden - ESA untersucht die Folgen des Einschlags

05.12.2019 | 10:40 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

NASA und ESA starten ein spannendes Experiment zur Asteroidenabwehr: Die NASA jagt eine Sonde in einen Asteroiden und die ESA prüft mit einer weiteren Sonde die Folgen des Einschlags.

Die NASA jagt einen Satelliten in einen Asteroiden. Und die ESA untersucht dann die Folgen. So lässt sich vereinfacht die Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa bei einem Weltraumexperiment zusammenfassen.

Wenn ein Asteroid die Erde trifft, dann kann das je nach dessen Größe apokalyptische Folgen haben. Davon könnte nicht nur die Dinosaurier ein Lied singen. Deshalb suchen Raumfahrtorganisationen wie zum Beispiel NASA oder ESA ständig den Weltraum nach potenziell gefährlichen Himmelskörpern ab. Gemeinsam wollen die beiden Raumfahrtagenturen im Rahmen der ESA-NASA-Mission AIDA (Asteroid Impact & Deflection Assessment) sogar die Asteroidenabwehr erproben. Die Fragestellung lautet: Könnte man einen sich nähernden gefährlichen Felsbrocken mit einem Raumschiff treffen? Und könnte man die Bahn des Asteroiden durch den Einschlag des Raumschiffs verändern?

Testkandidat ist der Asteroid Didymos, genauer gesagt: Dessen kleinerer Begleiter. Denn um den im Durchmesser 800 Meter großen Didymos kreist ein weiterer Asteroid namens Didymoon, wie dessen inoffizielle Bezeichnung lautet. Didymoons Durchmesser beträgt 170 Meter. Er ist das Ziel eines Raumschiffs namens DART (Double Asteroid Redirection Test), das die NASA 2021 starten will. Die ESA-Sonde Hera (die das ursprünglich für diesen Zweck geplante AIM, Asteroid Impact Mission, ersetzt) soll das Ganze beobachten und Daten zur Analyse sammeln.

Die Hera-Sonde (benannt nach der griechischen Göttin Hera, der Frau von Göttervater Zeus) soll 2024 starten und zu „Didymoon“ fliegen, wie Cnet schreibt. 2026 soll sie den Asteroiden erreichen und beobachten sowie fotografieren und die gesammelten Daten zur Erde funken. Zu diesem Zeitpunkt hat Didymoon schon seinen Treffer weg, denn DART startet bereits Mitte 2021 an Bord einer Falcon-Rakete von Space X und soll Ende 2022 auf Didymoon aufschlagen.

DART ist rund 500 Kilogramm schwer und wird mit rund 22.000 Kilometer pro Stunde in Didymoon einschlagen. Bis kurz vor dem Einschlag funkt DART noch Bilder zur Erde. Damit die NASA gegebenenfalls noch die Richtung von DART verändern kann, besitzt er Steuerdüsen, wie die SZ online schreibt.

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