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NASA ist begeistert: Forscher finden Wasser auf Mond

27.10.2020 | 10:39 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Forscher haben Wasser auf dem Mond gefunden. An Stellen, die sogar von der Sonne beschienen werden. Zu dem spektakulären Fund trug maßgeblich ein deutsch-amerikanisches Forschungsprojekt bei.

Auf dem Mond gibt es mehr Wasser als bisher angenommen. Das teilte die NASA jetzt mit. Für künftige Mond-Missionen oder gar für die Besiedelung des Erdtrabanten könnte das von großem Vorteil sein.

Die Entdeckung der neuen Wasservorräte beruhen auf Beobachtungen des von der NASA und der deutschen DLR betriebenen Projekts SOFIA zusammen mit anderen Forschungsvorhaben; die Abkürzung SOFIA steht für „Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy“. Bei SOFIA handelt es sich um ein fliegendes Teleskop, das in einer Boeing 747SP verbaut ist. Die 747SP startet von einem Flughafen in Kalifornien zu ihren Forschungsflügen in der Stratosphäre, bei denen das Infrarotteleskop aus einer Höhe zwischen 12 und 14 Kilometern ins Weltall späht - oberhalb des größten Teils des Wasserdampfes der Erdatmosphäre und damit mit klarem Blick ins All. Damit entdeckten die Wissenschaftler Infrarotstrahlung auf der für Wasser typischen Wellenlänge. Diese Entdeckung machten die Forscher bereits 2018, jetzt wurde sie publiziert.

Die Boeing 747SP mit dem Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy (SOFIA).
Vergrößern Die Boeing 747SP mit dem Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy (SOFIA).
© NASA/Daniel Rutter

Diese Wasservorräte befinden sich auf der Mondseite, die von der Sonne beschienen wird. Damit liegt die Vermutung nahe, dass Wasser über die ganze Mondoberfläche verbreitet ist und sich nicht nur, wie bisher vermutet, in den sehr kalten, nicht von der Sonne beschienenen Teilen befindet. Die Wassermoleküle fand SOFIA ganz konkret im Clavius-Krater, einem der größten Mondkrater, den man auch von der Erde aus sehen kann. Er befindet sich auf der südlichen Mondhälfte.

Allzu groß darf man sich die entdeckten Wasservorräte aber nicht vorstellen. Die NASA erklärt die auf der Mondoberfläche entdeckte Wassermenge folgendermaßen: In der Wüste Sahara befindet sich 100 Mal mehr Wasser als an der jetzt von SOFIA entdeckten Stelle auf dem Mond.

Trotz der geringen Menge ist das grundsätzliche Vorhandensein von Wasser im Weltall spannend, da Wasser eine wichtige Voraussetzung für Leben ist. Ob sich das von SOFIA aufgespürte Wasser leicht nutzen lassen könnte, muss sich aber erst noch zeigen. Für die dauerhafte Besiedlung des Mondes könnte das eine wichtige Rolle spielen.

Als 1969 die ersten Menschen vom Mond zurückkehrten, ging man noch davon aus, dass der Mond völlig trocken ist. In den letzten 20 Jahren entdeckten Forscher aber Eis auf dem Mond. Zunächst nur in tiefen Kratern an den Mondpolen, in die kein Sonnenlicht vordringt. Dann fanden die Wissenschaftler Hinweise auf Flüssigkeit auch an etwas sonnenbeschienenen Stellen. Allerdings konnten die Experten bei diesen Funden noch nicht entscheiden, worum es sich bei diesen Flüssigkeiten genau handelt: um Wasser (H2O) oder um die Sauerstoff-Wasserstoffverbindung Hydroxyl (OH). Dank der neuesten Entdeckung von SOFIA ist nun klar, dass es zumindest im Clavius-Krater auch H2O gibt und nicht nur Hydroxyl.

Diese Studie sowie diese Studie erklären den Fund im Detail. Außerdem illustriert dieses Video den Fund.

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