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Münchner Start-up Sono: E-Auto-Prototyp mit Solarzellen und Moos

27.02.2020 | 12:19 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Münchner Start-up Sono Motors baut die ersten Prototypen seines Elektro-Autos Sion. Das E-Auto gewinnt Strom aus Solarzellen. Auf dem Armaturenbrett filtert Moos Staub aus der Luft.

Das Münchner Elektro-Auto-Start-up Sono Motors hat laut eigenen Angaben in 50 Tagen über 50 Millionen Euro eingenommen . Jetzt will das Unternehmen vier Prototypen seines Sono Sion bauen lassen. Dabei handelt es sich um ein Elektro-Auto mit Solarzellen auf der Karosserie. Durch die Kraft der Sonne soll der Sion unter optimalen Bedingungen pro Tag bis zu 35 Kilometer Reichweite dazu gewinnen. Daneben wird das E-Auto natürlich auch konventionell über ein Ladekabel aufgeladen.

Sono Motors veranschlagt die Kosten für die vier Prototypen (SVC2) auf rund 15 Millionen Euro. Das Unternehmen entwickelt derzeit außerdem das Backend und die App Go Sono, mit der man einen Sion mit anderen Nutzern teilen kann. Sono Motors bietet von Dienstag bis Donnerstag Testfahrten bei seinem Büro in München an. Hier geht es zur Anmeldung.

Sono Motors war Ende 2019 noch kurz vor der Insolvenz gestanden. Doch eine neue Finanzierungsrunde rettete das Unternehmen und verschaffte das nötige Geld für die Weiterentwicklung. Das Geld stammt aber nicht nur vom Crowdfunding, sondern allein zehn Millionen stammen von einem großen Industriepartner, wie der ADAC berichtet.

Der Sion soll, wenn er denn Serienreife erreicht, in Schweden produziert werden. In der ehemaligen Saab-Fabrik in Trollhättan. Der Preis soll nach derzeitigen Angaben 25.500 Euro betragen, inklusive Batterie. Der Elektromotor leistet 120 kW (163 PS) und wird von einer 35-kWh-Batterie versorgt. Sono Motors nennt für das rund 1400 Kilogramm schwere Auto folgende Werte: Beschleunigung in ca. 9 s auf 100 km/h und 140 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Reichweite beträgt nach WLTP 255 km. Der Sion misst 4,29 (Länge) x 1,83 (Breite) x 1,67 (Höhe) Meter und bietet 2+3 Sitze. Der Kofferraum soll 650 bis 1250 Liter fassen.

Zentral vor dem Armaturenbrett befindet sich ein 10-Zoll-Touchscreen, ein weiterer 7-Zoll-Bildschirm befindet sich vor dem Fahrer im Cockpit. Moos am Armaturenbrett soll Staub binden und herausfiltern.

Solarzellen auf dem Fahrzeugdach und auf der übrigen Karosserie – das hört sich bei einem Elektroauto naheliegend an. In der Praxis ist diese Lösung jedoch selten, die Kosten für die Solarpanels sind bisher so hoch, dass sie sich durch den generierten Strom offensichtlich nicht amortisieren. Nur Toyota bietet tatsächlich ein Serienfahrzeug mit Solarzellen zum Kauf an. Wir haben dieses ungewöhnliche Fahrzeug getestet: Toyota Prius Plug-in Solar im Test - aus Freude am Sparen.

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