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Mozilla startet Petition für neues EU-Urheberrecht

25.08.2016 | 10:37 Uhr |

Mozilla will sich verstärkt für eine Reform des Urheberrechts in der EU einsetzen und hat eine Petition gestartet.

Mozilla hat am Donnerstag eine Petition gestartet, in der eine Reform des als "überholt" bezeichneten Urheberrechts in der EU gefordert wird. In der Petition heißt es: "Unsere Gesetze müssen endlich mit unserer Technologie gleichziehen." Warum ein Reformbedarf besteht, zeigt Mozilla mit mehreren Beispielen auf.

Darunter das Beispiel: "Es ist illegal, ein Foto der Eiffelturm-Beleuchtung bei Nacht zu teilen, denn das Dargestellte ist urheberrechtlich geschützt und Touristen besitzen keine ausdrückliche Aufnahme-Erlaubnis der Künstler." Außerdem sei es beispielsweise in der EU rechtswidrig, einen Internet-Meme zu erstellen, weil es keine EU-weite "Fair Use"-Ausnahme gebe.

Konkret zählt Mozilla drei Elemente auf, die für eine Reformierung des Urheberrechts in der EU notwendig seien. Die aktuelle Fassung stamme aus dem Jahre 2001. "Die Regeln müssen aktualisiert und harmonisiert werden, damit im Internet Platz zum Basteln, Entwickeln, Teilen und Lernen ist. Bildung, Parodie, Panorama, Remix und Analyse sollten nicht rechtswidrig sein", fordert Mozilla.

Außerdem sollte das Urheberrecht laut der Forderung von Mozilla "offen und flexibel" gestaltet werden, um Innovation und Kreativität zu fördern. Dazu zähle auch, die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Werken zuzulassen. 

"Urheberrechtlich geschützte Werke werden täglich auf neue und kreative Weise neu zusammengesetzt, neu interpretiert und wiederverwendet", so Mozilla. Den Gesetzen müsse dafür eine Flexibilität  gegeben werden, wie etwa durch Ausnahmen für von Nutzern erstellte Inhalte (UGC, User Generated Content) und einer Fair-Use-Klausel.

Im dritten Punkt fordert Mozilla dazu auf, ein "Schlüsselelement des Internets" zu schützen. Nämlich das Prinzip der "erlaubnisfreien Innovation", demzufolge jeder überall etwas entwickeln und ungehindert sein Publikum erreichen könne. Deshalb gelte es, Forderungen nach Lizenzgebühren, Zugangsbeschränkungen, Filter und Überwachung, abzulehnen.

Über die Website changecopyright.org können sich die Internet-Nutzer an der Mozilla-Petition beteiligen.

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