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Mozilla löscht WOT-Firefox-Add-on nach schweren Vorwürfen

04.11.2016 | 09:44 Uhr |

Weil das beliebte Web of Trust für Firefox seine Nutzer ausspionieren soll, entschied sich Mozilla zu einem krassen Schritt.

Die Recherchen des NDR schlugen ein wie eine Bombe: Das äußerst beliebte Firefox-Add-on Web of Trust (WOT) soll seine Nutzer ausspionieren . Mit WOT bekommt der User eine Community-basierte Einschätzung der Webseite, die er gerade besucht - ist sie gefährlich oder unbedenklich? Doch laut den Recherchen des NDR macht das Add-on mehr als das: Es protokolliert das Surfverhalten der Nutzer inklusive Datum, Uhrzeit und besuchter Website. Diese Daten landen auf einem ausländischen Server und würden dann an Zwischenhändler verkauft werden.

Offensichtlich wogen diese Vorwürfe auch für Mozilla zu schwer – kurzerhand verbannten die Firefox-Macher WOT aus Ihrem Add-on-Angebot. Gegenüber der FAZ teilte Mozilla mit: "Mozilla entfernt Browser-Erweiterungen, wenn wir feststellen, dass Erweiterungen unsere Richtlinien für Add-ons verletzen. Wir haben Beschwerden über ‚Web of Trust‘ erhalten, die damit zusammenhängen, wie transparent das Add-on arbeitet.“ Bis die Macher von WOT die Probleme korrigieren, bleibe die Erweiterung verbannt.

Die Entwickler, das finnische Unternehmen WOT Services Oy, gaben gegenüber der FAZ zu, dass die Datenschutzbestimmungen des Add-ons zuletzt nicht aktualisiert worden seien. Dies hätte schon im Juli geschehen sollen, sei aber vergessen worden – zumindest im Firefox-Add-on-Angebot. Die neuen Datenschutzbestimmungen gehen näher auf die Datensammlung von WOT ein und beschreiben etwa, dass auch die IP-Adresse, der Standort, der Typ des Geräts und das genutzte Betriebssystem an die WOT-Server geschickt würden. Man wolle das Problem nun beheben, so die Entwickler.

Der Kern des Problems wäre damit allein aber noch nicht behoben. Es sei denn, die Entwickler streichen auch den Passus, dass die Daten anonymisiert werden. Das dem eben nicht so ist, legen die Recherchen des NDR nahe.

Sollten die sehr umfangreichen NDR-Recherchen nicht zutreffend sein, stünde zumindest eine Widerlegung der Vorwürfe aus.

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