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Mount & Blade 2: Bannerlord im Hands-On-Test

28.10.2019 | 10:28 Uhr |

Okay, wow! Dieses Mount & Blade 2: Bannerlord liefert gigantische Massenschlachten ab, gesteuert aus der Third-Person-Perspektive als Heerführer. Inkludiert aber auch eine dicke Rollenspiel-Komponente, die Richtung The Elder Scrolls 6 geht.

Das Befehlen einer Armee will gelernt sein. Eigentlich sollten die Soldaten des Khan geschlagen sein, wenn die Sonne den Zenit erreicht. Doch ach, dieses Mount & Blade 2: Bannerlord ist ein hartes Strategie-Rollenspiel. Man möchte sagen: Blutig wie Game of Thrones, authentisch wie das Schlachten wohl war, damals im Mittelalter. 

Denn dieses Werk aus türkischer Schmiede gibt uns nicht den Komfort der allwissenden Vogelperspektive, den wir aus der Total-War-Reihe schätzen und lieben gelernt haben: Egal ob Rome, Three Kingdoms, sicherlich auch das neue Total War Saga: Troy, wo wir Troja einnehmen müssen, sie alle erlauben uns, dieses fliegende Auge zu nutzen und das Schlachtfeld aus jeder Perspektive zu sehen: Rausgezoomt, um das große Ganze zu analysieren. Wie sich die Fronten verschieben, wo sich Hinterhalte anbahnen könnten. Reingezoomt, aus Osten und Westen, Süden und Norden. Diesen Luxus gönnt uns Mount & Blade: Bannerlord nicht. 

Das Schießen mit dem Bogen wird physikalisch korrekt berechnet und ist ziemlich schwierig - Sie müssen hoch zielen und sind leichtes Futter für schnelle Kavallerie.
Vergrößern Das Schießen mit dem Bogen wird physikalisch korrekt berechnet und ist ziemlich schwierig - Sie müssen hoch zielen und sind leichtes Futter für schnelle Kavallerie.
© Taleworlds

In golden glänzender Rüstung reiten wir mit unserer Standarte und Leibgarde hinter unseren Infanteriereihen, die Kavallerie neben uns trabend. Wir spielen aus der Third-Person-Perspektive, können Pfeil-und Bogen spannen, unser Schwert aus der Scheide ziehen – aber nicht allzu weit blicken, denn jetzt schaltet das Spiel in die Ego-Perspektive. Die Sonne blendet, der Aufmarsch der feindlichen Truppen verursacht viel Staub, der die Sicht nimmt. In Total War würden wir seine Truppenstärke analysieren, hätten vermutlich gar vorher Spione entsandt, um sehr genaue Informationen zu erhalten. Hier surren die Pfeile, gehen unsere Soldaten getroffen in die Knie, und wir müssen handeln. 

Wir lassen die Kavallerie angreifen, um die feindliche erste Infanterie-Linie zu durchstoßen und die Bogenschützen direkt zu attackieren. Das gelingt zunächst, mit viel Wucht preschen unsere Reiter und auch unser eigenes Pferd durch die ersten Reihen – mit der Lanze stoßen wir zu, die gegnerischen Soldaten wissen kaum, wie ihnen geschieht, tun sich schwer in der Verteidigung. Doch auch der Khan noch ein paar Asse im Ärmel. 

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Nicht jede Kavallerie sind Reiter von Rohan

Die gute, alte „Wir brechen mit der Kavallerie frontal durch eine halbe Armee“-Strategie, sehr erfolgreich angewendet in den Großschlachten von Der Herr der Ringe, scheint hier weniger aufzugehen. Der Khan hat seine Pikeniere direkt hinter der ersten Infanteriereihe aufgestellt und wir crashen rein - ein paar Stiche reichen, um Pferd und Reiter zu Fall zu bringen. Mit der Maus lassen wir die nachrückende Kavallerie umschwenken, zumindest die Hälfte können wir retten, und um den Rückzug dieser strategisch enorm wichtigen Einheiten zu sichern, befehlen wir Sperrfeuer von unseren Bogenschützen, die wir natürlich strategisch clever auf einem Hügel positioniert haben – ein gutes Jahrzehnt Total-War-Spiele testen trainiert. 

Die Steuerung ist dabei übrigens recht smart gelöst: Über die F-Tasten können Sie Ihre komplette Armee befehligen: F5 steht zum Beispiel für die Bogenschützen, die sich in Position bewegen lassen oder auf Angriff schalten. Ganz cool: Über F3 lassen sich auch unterschiedliche Formationen aktivieren, etwa die Pfeilformation für unsere Kavallerie oder eine breite, eng gestellte Front für unsere Speerträger/Infanterie. 

Auffällig ist hierbei, wie stark wir auf die Geschwindigkeit achten müssen: Mount & Blade: Bannerlord spielt man im Optimalfall etwas langsamer, weil Pferde sind ja keine Maschinen – es dauert also durchaus, bis die Reiterei eine Formation rund um uns eingenommen hat.

Authentischer, weil verdammt chaotischer Kampf

Wo wir in Total War die volle Übersicht haben, wissen wir in diesem Spiel nicht zu jeder Zeit, wo eigentlich unsere Bogenschützen, Infanterie und Kavallerie sind.
Vergrößern Wo wir in Total War die volle Übersicht haben, wissen wir in diesem Spiel nicht zu jeder Zeit, wo eigentlich unsere Bogenschützen, Infanterie und Kavallerie sind.
© Taleworlds

Die Schlacht an sich ist vor allem eines: chaotisch und schwer zu ordnen. Gerade wenn Kavallerie auf Kavallerie trifft, dann ist das keine mit dem Lineal gezogene Front, sondern man fokussiert den ersten Gegner, sticht mit der Lanze zu, schützt sich gleichzeitig mit seinem Schild. Je nachdem, wie schnell das Pferd ist, desto mehr Wucht hat dieser Stoß, aber desto geringer die Chance präzise zu treffen. 

Zudem spannend: Ihre Reiterei passt sich ungefähr Ihrer Geschwindigkeit als Heerführer an. Preschen Sie jetzt mit viel Speed an, dann rennen Sie schnell mal am Feind vorbei und die stechen Ihnen dann in den Rücken. Kommt es zum Duell, zückt man auf kurze Distanz das Schwert – macht richtig Laune, es ist dann aber schwierig, seine Armee im Blick zu behalten. Ziemlich tricky ist auch das Schießen mit Pfeil und Bogen, weil Sie Pfeile im sehr hohen Bogen abfeuern müssen, um die entsprechende Distanz zu finden. 

Ein schönes Spielzeug für Profis. Mount & Blade: Bannerlord trainiert uns generell schon eher dazu, uns an der Seite der Schlacht zu bewegen, wir haben ja unsere Leibgarde. Weil es mitten aus dem Getümmel sehr schwierig ist, seine unterschiedlichen Truppentypen zu befehligen, schließlich haben sie gut 500 Soldaten unter Ihrem Kommando. Oh, und da gibt’s ja noch viel mehr: Denn dieses Spiel liefert auch ein komplettes Rollenspiel ab.

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Mehr als nur Schlachten: In der Kampagne starten Sie als einfacher Knecht

Mount & Blade: Bannerlord wird ein Koloss: Ähnlich wie Total War erstreckt sich die Karte über viele, viele Fraktionen – von Britannien und Germanien bis nach Russland im Osten – Mongolei, Perserreich, alles dabei. Und diese Reihe ist berühmt dafür, nicht nur eine militärische Karriere anzubieten, sondern auch viele zivile Möglichkeiten: Sie erstellen sich eine Figur, können Kaufmann werden oder Kaufmänner ausrauben und als Bandit die Wälder unsicher machen. Oder Dienstbotengänge erledigen, sich beim Adel Liebkind machen, irgendwann selbst zum Fürst aufsteigen. Vorher wollen Warentransporte und holde Maiden vor Banditen im Walde beschützt und jede Menge Botengänge erledigt werden. 

Wobei Sie darauf nicht festgelegt sind: Sie können theoretisch genauso gut Dörfer bestehlen, sich einer Diebesbande anschließen und jene Konvois überfallen, die wir uns entschieden haben, zu beschützen. Auch als reisender Kaufmann können Sie Karriere machen, später soll es gar Möglichkeiten geben, eigene Läden zu kaufen und als Krämer zu arbeiten. Oder eben ein Handelsimperium zu errichten, man hat schließlich Ziele im Leben. 

Ein komplettes Angebot-Nachfrage-System soll implementiert werden, wir sind gespannt ob Taleworlds aus Ankara wirklich all diese Fronten in der hohen Qualität seiner militärischen Komponente abliefern kann.

Fazit 

Mount & Blade: Bannerlord könnte der Hammer werden. Aktuell gibt es noch einige technische Nickeligkeiten, aber die Art, wie dieses Spiel Schlachten anfasst, ist brillant. Weil es die Größe und Möglichkeiten eines Total War hat – wir können später in der Artillerie-Phase mit Katapulten die Mauern von Festungen einreißen, Dann aber auch als Kommandeur aus einer Mischung von Third-Person-Perspektive und Ego-Ansicht unsere Truppen in den Angriff schicken und eine Art Kingdom Come Deliverance im Mega-Format erleben. Es gibt zig unterschiedliche Kavallerie-Gattungen: Schwer gepanzerte Kataphrakte, leichte Reiterei. Jede Fraktion hat ihre individuellen Eliteeinheiten, Stärken und Schwächen – die Briten etwa haben Langbogen-Schützen. 

Etwas skeptisch sind wir indes noch ob der ganzen Rollenspiel-Mechaniken und zivilen Komponente – es ist schön, dass es diese gibt. Aber sie wirkte noch weniger rund als die Kämpfe und fügte sich nicht ganz so harmonisch ein, auch weil die Texte nicht vertont sind, man viel liest – das wirkt alles sehr old-school. Bei uns hat sich Bannerlord ganz spontan einen Spitzenplatz auf der „Muss ich 2020 spielen“-Liste gesichert.

Mount & Blade 2: Bannerlord soll im März 2020 in den Early-Access für PC gehen.

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