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Mobiles Arbeiten: Das brauchen Sie dafür

Dank schnellem Internet und langen Akkulaufzeiten können Sie heute Ihre Aufgaben am PC fast überall erledigen. Wir zeigen hier, was Sie zum mobilen Arbeiten brauchen.

Viele Firmen sehen für ihre Mitarbeiter keinen vollwertigen Arbeitsplatz mehr vor. Stattdessen hält das mobile Arbeiten Einzug. Wir zeigen Ihnen, was Sie für einen mobilen Arbeitsplatz alles benötigen.

Technische und organisatorische Voraussetzungen

Falls Sie in einer Firma beschäftigt sind, die mobiles Arbeiten ermöglicht, dann sollten Sie sich bei Ihrem Vorgesetzten sowie bei der IT erkundigen, welche Möglichkeiten für Sie bestehen. Denn je nach der Größe und dem Betätigungsfeld der Firma gibt es mehr oder weniger strenge Regularien.

Falls Sie freiberuflich arbeiten oder einfach Ihren PC in der Freizeit flexibel unterwegs nutzen wollen, so haben wir die passende Ausrüstung für Sie zusammengestellt.

Die Grundvoraussetzung – falls Sie mit Ihrer eigenen Hardware arbeiten möchten – ist entweder ein Computer oder aber ein Tablet mit einer externen Bluetooth-Tastatur. In den meisten Fällen ist für das mobile Arbeiten auch ein Internetanschluss erforderlich, außer Sie haben bereits alles, was Sie benötigen, auf Ihrem Computer gespeichert.

Nicht zu vergessen ist am Ende des Tages auch ein leistungsfähiger Akku. Ansonsten ist, je nach Alter und Leistungsfähigkeit Ihres Geräts, nach drei bis sechs Stunden das mobile Arbeiten beendet.

Lesetipp: Geniale Tool-Sammlung für den Arbeitsrechner

Die Cloud – Speicherort und Austauschplattform

Ein Datenspeicher in der Cloud ist zwar nicht zwingend erforderlich, er macht das mobile Arbeiten aber sehr komfortabel: Sie haben alle Ihre Daten stets im direkten Zugriff, egal mit welchem Gerät Sie arbeiten und wo Sie sich befinden. Dank der intelligenten Clients lassen sich die notwendigen Daten zwischen Ihren Geräten auch ohne weiteres Zutun synchronisieren.

Ein zentraler Vorteil des Cloudspeichers: Sie besitzen immer eine Kopie Ihrer Arbeit. Sollte Ihr mobiles Arbeitsgerät einmal verloren gehen oder einen Defekt aufweisen, können Sie jederzeit nahtlos weiterarbeiten. Cloudspeicher gibt es heute zahlreiche. Wir haben für Sie die besten kostenlosen Angebote zusammengestellt und mit den kostenpflichtigen Gegenstücken verglichen.

Innerhalb des Dropbox-Clients legen Sie fest, welche Verzeichnisse synchronisiert werden sollen.
Vergrößern Innerhalb des Dropbox-Clients legen Sie fest, welche Verzeichnisse synchronisiert werden sollen.

Dropbox: Das Urgestein unter den Cloudspeichern ist Dropbox . Der Dienst ist bereits seit 2007 am Markt und bietet nicht nur für Windows, macOS und Linux, sondern auch für die mobilen Betriebssysteme Android, iOS, Windows 10 Mobile und Blackberry einen mobilen Client an. In der kostenlosen Variante bietet Dropbox Ihnen 2 GB Speicher. Diesen Speicher können Sie durch eine Vielzahl von Aktionen und Empfehlungen auf bis zu 16 GB erweitern, ohne einen Cent dafür zahlen zu müssen. Genauere Infos dazu erhalten Sie hier .

Innerhalb des Dropbox-Clients lässt sich einstellen, welche Verzeichnisse auf welchem Endgerät automatisch synchronisiert werden sollen. Des Weiteren können Sie Ihre Dropbox-Cloud auch dazu benutzen, Fotos und Videos von Ihren Mobilgeräten automatisch zu sichern.

Zum Synchronisieren mit Google Drive gibt es das Tool „Backup & Sync“.
Vergrößern Zum Synchronisieren mit Google Drive gibt es das Tool „Backup & Sync“.

Google Drive: Benötigen Sie mehr als 2 GB Speicherplatz und haben Sie schon ein Google-Konto, können Sie Google Drive (drive.google.com) verwenden. Dieser Dienst stellt Ihnen bereits im Standard 15 GB kostenlosen Onlinespeicher zur Verfügung. Google Drive bietet für Windows, macOS sowie für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS einen Client zur Synchronisation an.

Microsoft Onedrive: Ein weiterer Onlinespeicher, den Sie frei Haus erhalten und für den Sie nichts weiter tun müssen, ist Microsoft Onedrive . Sie bekommen hier aktuell 5 GB an kostenlosem Onlinespeicher, wenn Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto registrieren. Wenn Sie bereits ein Outlook-Konto oder eine Xbox- Live-ID besitzen, so ist keine weitere Registrierung erforderlich.

Natürlich gibt es den Onedrive-Client nicht nur für die Windows-Plattform. Microsoft hat seine Systemwelt schon seit Längerem geöffnet und stellt schon heute einen Onedrive-Client für macOS und die mobilen Betriebssysteme Windows Mobile 10, Android und iOS bereit.

Apple stellt Ihnen über die iCloud 5 GB an kostenlosem Cloudspeicher zur Verfügung.
Vergrößern Apple stellt Ihnen über die iCloud 5 GB an kostenlosem Cloudspeicher zur Verfügung.

Apple iCloud: Der Vierte im Bunde der großen Cloudanbieter ist Apple. Dessen iCloud war lange Zeit lediglich für das Backup der Gerätedaten gedacht. Mittlerweile lässt sich die iCloud allerdings wie die anderen Dienste als flexibles Cloudlaufwerk nutzen. Sie können entweder über die mobilen Apps darauf zugreifen oder unter Windows den Client „ iCloud für Windows “ nutzen. Apple stellt zur Datensicherung sowie zum Datenaustausch 5 GB kostenfreien Cloudspeicher zur Verfügung. Falls Ihnen dieser Speicherplatz nicht genügt, können Sie 50 GB an Speicher pro Monat für 0,99 Euro hinzubuchen.

Welche Cloud ist die Richtige?

Die Antwort auf diese Frage hängt stark von Ihrem Platzbedarf und den von Ihnen eingesetzten Endgeräten ab. Falls Sie lediglich mit Android und Windows arbeiten und Ihnen 15 GB an Speicherplatz reichen, ist Google Drive die beste Lösung für Sie. Insbesondere wenn man beachtet, dass zusätzlicher Speicher bei Google recht günstig zu mieten ist. Denn für 100 GB müssen Sie monatlich lediglich einen Betrag von knapp 2 Euro bezahlen .

Haben Sie schon heute Microsoft Office 365 im Einsatz, dann bekommen Sie ein Terabyte an kostenlosem Cloudspeicher bereits frei Haus mitgeliefert.

Die eigene Cloud basteln

Sollten Sie Ihre Daten keinem Cloudanbieter anvertrauen wollen, so können Sie sich auch mit wenig Aufwand Ihre eigene Cloud bauen. In der Regel benötigen Sie hierfür nur einen USB-Datenträger und einen DSL-Router sowie einen einigermaßen leistungsfähigen Internetanschluss mit mindestens 2 MBit/s an Upload-Leistung.

Nach der Anmeldung sehen Sie alle Fritzbox-Router, die mit diesem Myfritz-Konto verknüpft sind.
Vergrößern Nach der Anmeldung sehen Sie alle Fritzbox-Router, die mit diesem Myfritz-Konto verknüpft sind.

Als Basis für unsere Anleitung haben wir ein aktuelles Fritzbox-Modell benutzt. Damit der Zugriff von unterwegs funktioniert, sind einige Vorbereitungen vonnöten. Wir nutzen dafür den AVM-eigenen Dienst Myfritz. Dabei handelt es sich um einen kostenlosen DynDNS-Dienst, welcher die aktuelle IP-Adresse Ihrer Fritzbox mit einem eindeutigen Namen verknüpft. Dazu legen Sie sich zunächst einmal unter „Internet / MyFritz-Konto“ ein neues Konto an und bestimmen daraufhin ein sicheres Passwort. Nach der Bestätigung über die „Weiter“- Schaltfläche bekommen Sie eine E-Mail an die angegebene Adresse mit einem Bestätigungslink. Sobald Sie diesen aufgerufen haben, ist Ihr Myfritz-Konto aktiv, und Sie können sich damit bei der Myfritz-Webseite anmelden. In der Übersicht sehen Sie Ihre (erfolgreich verknüpfte) Fritzbox mit den zugehörigen Daten für den Zugriff aus der Ferne. Diese benötigen wir zu einem späteren Zeitpunkt.

Außerdem ist noch ein Fritzbox-Benutzer-Konto erforderlich. Dieses richten Sie in der Fritzbox-Oberfläche unter „System / Fritzbox- Benutzer“ ein. Fügen Sie einen neuen Benutzer hinzu und legen Sie im Registrierungsprozess einen Benutzernamen, eine Mailadresse und ein Passwort fest. Aktivieren Sie in den Berechtigungen die Optionen „Zugang auch aus dem Internet erlauben“ und „Zugang zu NAS-Inhalten“.

Bevor Sie nun einen ersten Zugriffsversuch starten, überprüfen Sie bitte zunächst mal über „Heimnetz / Speicher (NAS)“, ob der NAS-Speicher aktiviert ist. Wenn vor dem angeschlossenen USB-Speicher das Kästchen aktiviert ist, so steht dieser zur Verfügung. Versuchen Sie den Zugriff zuerst direkt aus Ihrem Heimnetzwerk über http://fritz.nas . Nach Eingabe des Administratorpassworts erhalten Sie Zugang zum internen und externen Speicher Ihrer Fritzbox. Zum Abschluss können Sie den Zugang von extern ausprobieren. Dafür ist die Myfritz-Adresse Ihrer Fritzbox erforderlich. Sie wird nach der Anmeldung zum Myfritz-Webservice in der Zeile „MyFritz-Internetzugang“ angezeigt. Diese Adresse hat das folgende Format: https://jwfjpqkewpcsaowr.myfritz.net:40994/nas . Die bereits um den Zusatz „nas“ ergänzte URL führt Sie zum Anmeldebildschirm Ihres Fritzbox-NAS. Geben Sie hier die Mailadresse und das Passwort des Benutzers ein, den Sie zuvor angelegt hatten. Nach erfolgreicher Anmeldung haben Sie vollen Zugriff auf den Speicher.

Sie können diesen Zugang übrigens auch über Ihre mobilen Endgeräte nutzen. AVM, der Hersteller der Fritzbox, stellt Ihnen die Myfritz-App sowohl für Android als auch für iOS zur Verfügung.

VPN: Sicherer Zugriff von unterwegs auf Ihre Daten

Arbeiten in fremder Umgebung

Nicht immer haben Sie jedoch unterwegs Zugriff auf Ihren eigenen Computer oder Ihr Tablet. Wenn Sie trotzdem arbeitsfähig sein möchten, dann benötigen Sie zumindest einen Computer mit Internetzugang, zum Beispiel in einem Internet-Café oder einer ähnlichen Lokalität. Der PC dort muss nicht einmal ein Office-Programm installiert haben. Wir zeigen Ihnen in der Folge, welche cloudbasierten Dienste Sie für Ihre tägliche Arbeit zum Erstellen von Texten, Tabellen und zur Präsentation verwenden können.

Bei Office Online stehen Ihnen zahlreiche Applikationen zum flexiblen Arbeiten kostenlos zur Verfügung.
Vergrößern Bei Office Online stehen Ihnen zahlreiche Applikationen zum flexiblen Arbeiten kostenlos zur Verfügung.

Microsoft Office Online: Benutzen Sie bereits Microsoft-Produkte, fällt die Auswahl leicht. In diesem Fall bietet sich das kostenlose Office Online als erste Wahl an. Sie bekommen funktional eingeschränkte Versionen der von Ihnen installierten Software, die Sie online nutzen können. So stehen Ihnen beispielsweise Word, Excel und Powerpoint zur Verfügung. Sie können damit aber auch OneNote-Notizen verfassen. Das Einzige, was Sie dazu benötigen, ist ein Microsoft-Konto, mit dem Sie sich für Office Online registrieren. Anschließend stehen Ihnen die Anwendungen kostenlos zur Verfügung. Die Daten werden bei einer Verbindung automatisch direkt in Ihrer Onedrive-Cloud abgespeichert. Auf diese haben Sie, wie bereits zuvor gezeigt, wieder von allen verbundenen Computern aus über das Internet Zugriff.

Und das Allerbeste: Wenn Sie an einem öffentlichen Computer arbeiten, müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Ihre Daten dort gespeichert bleiben. Denn sobald Sie das Browser-Fenster schließen, sind die Daten von dort verschwunden.

Google Docs: Für den Fall, dass Sie keine Microsoft- Office-Produkte einsetzen, bietet die Office Suite von Google eine gute Alternative. In der kostenlosen Variante trägt sie den Namen Google Docs . Wenn Sie bereits ein Google-Konto haben, können Sie Google Docs direkt nutzen und zwischen Textverarbeitung, Tabellen und Präsentationen auswählen.

Im Falle der Google-Docs-Programme müssen Sie sich auch nie Gedanken über das Speichern oder den Datenverlust beim Absturz des Computers machen: Solange Sie online sind, werden die Daten in Echtzeit synchronisiert. Ein explizites Speichern ist zu keinem Zeitpunkt notwendig. Nach dem Beenden Ihrer Arbeit schließen Sie einfach das Browser-Fenster.

Darüber hinaus ist das Arbeiten mit Google Docs auch keine Einbahnstraße: Sie können in Google Docs Microsoft-Office-Dokumente öffnen, allerdings auch umgekehrt Google- Docs-Inhalte in Microsoft Office bearbeiten und speichern.

Sicherer Zugang zum Internet

Damit haben Sie die erforderlichen Tools an der Hand, um flexibel mobil zu arbeiten. Einen wichtigen Aspekt haben wir bis jetzt noch außer Acht gelassen: das Internet. Für viele Aktionen wie den Zugriff auf die Cloud benötigen Sie zumindest temporär Zugang zum Internet. Dies ist heutzutage aufgrund der Mobilfunkverträge in der Regel kein großes Problem mehr. Auch das EU-Ausland ist ja wegen der aktuellen Roaming-Richtlinien mit den meisten Mobilfunkverträgen abgedeckt, und Sie können Ihr Datenguthaben im Ausland genauso wie zu Hause nutzen.

Mit VyprVPN können Sie das Internet auch in einem öffentlichen WLAN gefahrlos nutzen.
Vergrößern Mit VyprVPN können Sie das Internet auch in einem öffentlichen WLAN gefahrlos nutzen.

Schwieriger wird es allerdings im Nicht-EU-Ausland oder bei Mobilfunkverträgen mit geringem Datenvolumen. Denn dann sind Sie auf ein öffentliches WLAN angewiesen. Diese sind in vielen Ländern inzwischen an nahezu jeder Ecke zu finden – vom Flughafen über das Hotel bis hin zum Café oder zum Supermarkt. Die Nutzung ist allerdings nicht ohne Risiko, da Sie sich in einem öffentlichen Netzwerk befinden: Ihr Computer ist für alle weiteren Benutzer des Netzwerkes sichtbar. Jeder Zugriff ins Internet, der nicht verschlüsselt erfolgt, kann somit mitgelesen werden. Glücklicherweise setzen jedoch bereits viele Webseiten das gesicherte Kommunikationsprotokoll „https“ ein. Damit bleibt die Datenübertragung für andere dann wieder unsichtbar. Trotz allem sollten Sie, falls Sie regelmäßig ein öffentliches WLAN benutzen, einen VPN-Dienst zur Absicherung Ihres Computers verwenden. Eine gute und kostengünstige Lösung stellen hierbei die Dienste VyprVPN und NordVPN dar. Diese sind – abhängig von der Vertragslänge – bereits ab gut zwei Euro pro Monat zu haben. Sie können die Dienste auch gefahrlos testen. Nahezu alle VPN-Dienste bieten Ihnen eine 30-tägige Geld-Zurück-Garantie an. Sie erhalten also, wenn Ihnen der Dienst nicht zusagt, ohne große Mühen Ihr komplettes Geld wieder zurück.

Mobile Hardware

Mit einem mobilen LTE-Router kommen Sie im Ausland einfach und preiswert ins Internet.
Vergrößern Mit einem mobilen LTE-Router kommen Sie im Ausland einfach und preiswert ins Internet.

Falls Sie sich aber nicht den Gefahren ei- nes öffentlichen WLANs aussetzen möchten, bleibt Ihnen als Alternative noch eine Prepaid-Karte eines lokalen Mobilfunkanbieters. Diese können Sie in den meisten Ländern problemlos im Supermarkt oder in einem Zeitschriftenladen erwerben. In der Regel ist nicht mehr als ein aktueller Ausweis dafür notwendig.

Für den Fall, dass Sie kein Dual-SIM-Handy besitzen: Damit Sie nicht ständig zwischen der Prepaid-Karte und Ihrer regulären SIM-Karte hin und her wechseln müssen, empfehlen wir Ihnen einen mobilen LTE-Router. Diese Geräte sind nicht größer als eine Zigarettenschachtel und versorgen Sie – je nach Benutzung – zwischen acht und zwölf Stunden mit mobilem Internet, indem sie ein passwortgeschütztes WLAN aufmachen. Geeignete Einstiegsgeräte wie den Huawei E5573s-320 oder den TP-Link M7200 gibt es für 60 bis 70 Euro im Versandhandel.

Tipp: Microsoft Office günstig kaufen - ein Überblick

Fazit

Überall zu arbeiten, stellt heutzutage technisch kein Problem mehr dar. Dank Clouddiensten und flächendeckender Internetversorgung klappt das beinahe an jedem Ort der Welt. Und aufgrund der vielen kostenlosen Angebote können Sie auch direkt loslegen, ohne vorher großartig Abos abschließen zu müssen.

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