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Millionengrab

06.11.2001 | 09:13 Uhr |

Ärgerlich für den designierten Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner dürften nicht nur die bis dato aufgelaufenen Kosten sein - Würtenberger spricht von einem "hohen einstelligen Millionenbetrag". "Bild.de" gilt als das Prestigeobjekt des Verlagsgiganten, jede weitere Verzögerung bedeutet einen Imageverlust.

In der deutschen Vignette-Niederlassung versucht man, die Angelegenheit zu relativieren. Zwar sei das Projekt "für beide Seiten nicht so gelaufen wie gewünscht", sagt Jens-Peter Heymann, Marketing-Leiter bei Vignette Deutschland. Die Zusammenarbeit werde aber fortgesetzt. Den schwarzen Peter will er sich nicht zuschieben lassen: "Es gab auch von Kundenseite Versäumnisse." Die häufigen Wechsel in der Projektleitung bei "Bild.de" hätten die Dinge nicht einfacher gemacht. Ein Vorhaben in dieser Größenordnung gerate dadurch schon mal ins Stocken. "Wenn es hart auf hart kommt, kann es auch Prozesse geben", so Heymann. Er gehe aber davon aus, dass man innerhalb der nächsten Wochen eine einvernehmliche Lösung finde.

Eine besonders unglückliche Figur bei "Bild.de" machte Roland Tetzlaff, bis vor kurzem Leiter des Springer-internen Dienstleisters Net.Services. Nach Informationen des Branchendienstes "Kressreport" sollte er die Organisation zum "Pixelpark des Springer-Verlags" ausbauen. Tetzlaff, der vorher Geschäftsführer des mittlerweile insolventen Web-Dienstleisters March First war, hatte einige seiner Ex-Mitarbeiter zu Bild.de geholt. Sie sollten das Redaktionssystem zum Laufen bringen. Weil die Erfolge ausblieben, wurde die March-First-Fraktion von den Springer-Kollegen heftig kritisiert. Nach Angaben einer "Bild.de"-Sprecherin hat Tetzlaff das Unternehmen inzwischen "auf eigenen Wunsch" verlassen.

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