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Milliarden-Sammelklage gegen Google wegen Inkognito-Modus

07.06.2020 | 12:53 Uhr | René Resch

Google sieht sich in den USA mit einer Sammelklage in Milliardenhöhe konfrontiert. Der Grund: Das Unternehmen sammelt weiterhin Daten von Nutzern trotz angewendetem Inkognito-Modus.

Laut Nachrichtenagentur Reuters wird Google in den USA mit einer Sammelklage über wahrscheinlich 5 Milliarden US-Dollar konfrontiert. Nutzer hatten Beschwerde beim Bundesgericht im kalifornischen San Jose eingereicht. In der Beschwerde heißt es, Google soll Daten von Nutzern gesammelt haben, obwohl diese die Einstellungen auf "privat" gesetzt hatten.

Im Speziellen geht es dabei um den Inkognito-Modus. Dabei wird Alphabet Inc. beschuldigt, Informationen darüber zu sammeln, was Nutzer sich online ansehen, obwohl sie den Inkognito-Modus von Google verwendet hatten. Laut dem Bundesgericht sammle Google Daten über Google Analytics, Google Ad Manager und andere Anwendungen, Plug-ins sowie Smartphone-Apps. Diese können dann mit den Profilen der Nutzer in Übereinstimmung gebracht werden und Google ist so in der Lage, individuell angepasste Werbung zu schalten.

In der Beschwerde heißt es: Google "kann sich nicht weiterhin an der verdeckten und unautorisierten Datensammlung von praktisch jedem Amerikaner mit einem Computer oder Telefon beteiligen". Das Unternehmen erfahre durch das Sammeln der Daten nicht nur mehr über Gewohnheiten, Freunde, Hobbys etc., sondern auch über die "intimsten und potenziell peinlichsten Dinge", nach denen die Nutzer online suchen.

Nutzer sehen sich getäuscht, Google will sich wehren

Google will sich gegen die Sammelklage energisch zur Wehr setzen. Joe Castaneda, ein Google-Sprecher, sagte dazu: "Wir machen bei jeder Öffnung eines Inkognito-Fensters klar, dass Webseiten möglicherweise weiterhin Informationen über die Surfaktivitäten sammeln". So sehe sich Google mit falschen Vorwürfen konfrontiert.

Die Kläger sehen sich allerdings getäuscht: Google gaukelt dem Nutzer einen sicheren Hafen vor. Das Tracking seitens Google passiere jedoch nicht zufällig. Vielmehr seien die verschiedenen Google-Dienste darauf abgestimmt, die Nutzer weiterhin im Auge zu behalten.

Betroffen sind dabei wahrscheinlich Millionen von Nutzern, die seit dem Juni 2016 den Inkognito-Modus nutzen. In der Beschwerde werden pro Nutzer jeweils 5000 US-Dollar Schadensersatz für Verstöße gegen bundesstaatliche Abhörmaßnahmen und kalifornische Datenschutzgesetze gefordert. Durch die gewaltige Anzahl an Nutzern kann dieser Wert schnell auf einen Milliarden-Bereich anwachsen.

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