2516979

Microsoft schließt dauerhaft fast alle Läden

29.06.2020 | 10:10 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Microsoft schließt weltweit fast alle seine Ladengeschäfte. Nur einige wenige Stores bleiben bestehen. Wir sagen, welche das sind.

Microsoft hatte im Jahr 2009 damit begonnen, Ladengeschäfte zu eröffnen. Darin konnte man Microsoft-Geräte wie die Surfaces und Xbox-Konsolen, aber auch Windows-PCs und Windows-Phones (als es diese noch gab) erst einmal ausprobieren, bevor man ein derartiges Gerät dann tatsächlich gekauft hat. In den sogenannten Flagship-Stores in New York, London und Sydney konnte man zum Beispiel auch die Hololens ausprobieren. Das Prinzip der Microsoft-Läden ähnelte also dem der Apple-Stores. Mit einem wesentlichen Unterschied: Anders als die Apple-Stores erreichten die Microsoft-Läden nie Kultstatus. Eine Liste aller Microsoft-Stores finden Sie hier. Außerhalb der USA gab es nur wenige Microsoft-Stores, in Deutschland keinen einzigen; die Niederlassung in Berlin gilt als Showroom und nicht als Store.

Doch mit den Ladengeschäften zum Ausprobieren von Microsoft-Geräten ist nun Schluss. Die Redmonder schließen weltweit fast alle ihre lokalen Stores, wie das Unternehmen jetzt mitgeteilt hat. Microsoft will sich stattdessen auf seinen Online-Store konzentrieren und diesen ausweiten. Die Microsoft-Sales-Mitarbeiter sollen nun remote arbeiten, also online Kunden beraten und Microsoft-Produkte verkaufen sowie online Support und Training bieten. Microsoft will vor allem den 1:1-Video-Chatsupport, Online-Tutorial-Videos und virtuelle Workshops ausbauen.

Nur in einigen wenigen Städten will Microsoft lokale Geschäfte behalten. So können Sie in New York, London, Sydney und in Redmond im US-Bundesstaat Washington, wo Microsoft seine Firmenzentrale hat, weiterhin physisch einen Microsoft-Laden betreten. Diese Läden will Microsoft aber in sogenannte "Microsoft Experience Center“ umwandeln - Marketing ist eben alles.

Die Schließung der örtlichen Verkaufsläden würde zu einer Vorsteuerbelastung von rund 450 Millionen US-Dollar führen, wie Microsoft ergänzt.

Microsoft hatte seine Ladengeschäfte Ende März 2020 wegen der Corona-Epidemie geschlossen. Die Store-Mitarbeiter hatten sich seitdem auf Online-Schulungen konzentriert, damit kleine Unternehmen und andere Kunden den durch die Coronakrise beschleunigten Einstieg in die Digitalisierung stemmen können. Faktisch ist es nun so, dass die wegen Covid-19 bereits geschlossenen Microsoft-Stores nicht mehr öffnen.

Die Microsoft-Kennerin Mary Jo Foley will erfahren haben, dass es keine Kündigungen geben soll, sondern dass alle bisherigen Store-Mitarbeiter künftig online arbeiten.

 

PC-WELT Marktplatz

2516979