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Microsoft schlägt zurück

02.11.2001 | 14:21 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Kamen Microsoft Zweifel am Bestehen der Voraussetzungen, so verlangte der Konzern in "einfachen Verdachtsfällen" eine eidesstattliche Versicherung. Bei deutlichen Anhaltspunkten für betrügerisches Verhalten schaltete Microsoft Rechtsanwälte ein.

Microsoft habe bislang 540 Bestellungen überprüft. Bis jetzt scheinen die Spürhunde aus der Redmonder Software-Schmiede 372 unrechtmäßige Bestellungen, die insgesamt einen Gegenwert von rund drei bis vier Millionen Mark haben sollen, aufgedeckt zu haben. Kurt Sibold, Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft GmbH: "In einigen Fällen wurde der Täuschungsversuch offen eingestanden, in weiteren Fällen hörten wir Ausreden, die einer Überprüfung nicht standhalten".

Sibold fährt fort: "Oft wussten die angegebenen Endkunden gar nichts von der unter ihrem Namen abgegebenen Bestellung. Wir prüfen derzeit die Einleitung strafrechtlicher Schritte gegen die Hintermänner dieses Vorgehens. In Fällen, in denen eine plausible Erklärung abgegeben wurde, haben wir natürlich die Ausführung der Bestellung veranlasst."

Die Beweislast bürdet Microsoft einfach den Kunden auf, die nun erstmal beweisen müssen, dass ihr Anspruch auf Umtausch des Betriebssystems rechtmäßig ist. Die überprüften Kunden sollen überwiegend Verständnis für die Befragung gezeigt haben. Zu den rechtlich Grundlagen einer solchen Kunden-Überprüfung äußert sich Dr. Thomas Urek, Justitiar der Microsoft GmbH: "In der Regel reicht die Vorlage eines vollständigen Umtausch-Antrags aus. Microsoft ist darüber hinaus nach zivilrechtlichen Grundsätzen berechtigt, sich im Einzelfall die Anspruchsberechtigung nachweisen zu lassen - dies gilt umso mehr, wenn gravierende Hinweise auf Missbrauch vorliegen. Microsoft hat die berechtigten Umtausch-Anträge in der Vergangenheit stets ausgeführt und dies auch in diesem Fall so gehalten, sobald die erbetene Aufklärung erfolgt war."

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