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Microsoft, Sony, Nintendo schreiben Brief an US-Regierung

27.06.2019 | 09:35 Uhr | Panagiotis Kolokythas

In einem Brief warnen Microsoft, Sony und Nintendo vor den Auswirkungen des Streits mit China auf Spielekonsolen.

Auf dem Markt der Videospielekonsolen sind Microsoft, Nintendo und Sony Konkurrenten. Auf den Handelsstreit der USA mit China haben die drei großen Unternehmen nun aber mit einem gemeinsamen, offenen Brief an die US-Regierung reagiert. Der Brief wurde am 17. Juni der US-Regierung übermittelt und liegt mittlerweile auch hier in Form eines PDF-Dokuments vor.

Auf sieben Seiten warnen die drei Unternehmen vor den negativen Auswirkungen der geplanten US-Strafzölle gegen China auf die Produktion von Videospielkonsolen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die eigentlich gegen China gerichteten Strafzölle auch negative Auswirkungen auf viele kleinere und mittlere Spieleentwickler in den USA haben werden. Die Entwicklung neuer Technologien werde ebenfalls beeinträchtigt.

In dem Brief weisen Microsoft, Nintendo und Sony auch darauf hin, dass es sich bei Videospielkonsolen um Produkte handelt, für deren Bau hochkomplexe Lieferketten notwendig seien, weil speziell entwickelte Hardware zum Einsatz kommt. "Im Gegensatz zu PCs verfügt jede unserer Konsolen über eine individuelle Hardware-Konfiguration und individuelles Hardware-Design und bietet einzigartige (...) Funktionen, die auf proprietären Software-Betriebssystemen ausgeführt werden, die mit den einzigartigen Plattformen und Diensten jedes Unternehmens verbunden sind", heißt es in dem Brief. Und weiter: "Alle Spiele und Dienste, die für eine Konsole entwickelt wurden, müssen überarbeitet werden durch einen arbeitsintensiven Prozess, der auch als "Portierung" bezeichnet wird, um auf einer anderen Konsole (...) zu arbeiten, was für den Publisher von Videospielen mit erheblichen Kosten verbunden ist."

Eine Verlagerung der Produktion aus China in andere Länder wäre mit einer Kostensteigerung von um die 25 Prozent bei Spielekonsolen verbunden. Dadurch würden die Spielekonsolen so teuer werden, dass sie sich viele amerikanische Haushalte nicht mehr leisten könnten, was wiederum die Spieleverkäufe beeinflussen würde.

Abschließend bitten die drei Unternehmen darum, dass Videospielekonsolen nicht in der Liste der Produkte enthalten sein sollen, für die im Streit mit China künftig Strafzölle in den USA erhoben werden sollen. Begründet wird dies wie folgt:

"Obwohl wir das Ziel der Regierung, den Schutz des geistigen Eigentums in China zu stärken, begrüßen, stehen Videospielkonsolen nicht im Mittelpunkt der chinesischen Praktiken, auf die sich diese Untersuchung bezieht. Videospielkonsolen haben in keiner chinesischen Industriepolitik Priorität (...). Tatsächlich gibt es in China entwickelte und gebrandete Videospielkonsolen praktisch nicht; eine Videospielkonsole, die 2016 auf den Markt kam, wurde vom Markt nicht gut aufgenommen. Außerdem sind die Anreize für den Diebstahl von geistigem Eigentum zur Herstellung gefälschter Konsolen außergewöhnlich schwach, da die Margen aufgrund der Natur unseres Geschäftsmodells knapp sind. Videospielkonsolen sind ebenfalls relativ komplexe Gerätetypen, so dass der Aufwand und die Kosten für die Herstellung rechtsverletzender oder illegitimer Produkte nicht durch potenzielle Erträge gerechtfertigt wären."

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