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Microsoft Antiviren-Tool erschienen

12.01.2005 | 10:48 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Pünktlich zum Patch-Day hat Microsoft auch wie angekündigt ( wir berichteten ) ein kostenloses Antiviren-Tool veröffentlicht, das auf allen Windows-Systemen ab Windows 2000 läuft. Das Tool selbst trägt den etwas sperrigen Namen "Microsoft Windows Malicious Software Removal Tool". Zum Trost: Die deutsche Bezeichnung, "Microsoft Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software", klingt auch nicht viel besser.

In der Vergangenheit hatte Microsoft bei gefährlichen Wurm-Attacken immer Einzeltools veröffentlicht. Mit diesen Tools konnte das System dahingehend überprüft werden, ob sich der entsprechende Wurm bereits auf dem Rechner befindet und ihn gegebenenfalls beseitigen. Diese Einzeltools sollen künftig der Vergangenheit angehören.

Das "Removal Tool" soll jeden Monat zum Patch-Day auf den neuesten Stand gebracht werden und gleich mehrere Schadprogramme bekämpfen. Ein Antiviren-Programm soll das Tool nicht ersetzen. Das nur 260 KB große Tool soll vielmehr die Möglichkeit bieten, schnell das System zu untersuchen. Die erste Version sagt insgesamt acht Schädlingen den Kampf an: Berbew, Doomjuice, Gaobot, MSBlast, Mydoom, Nachi, Sasser und Zindos . Den Download des Gratis-Tools erhalten Sie über Windows Update beziehungsweise direkt über unsere Download-Datenbank.

Eine Installation ist nicht vorgesehen. Das Tool landet mit dem Dateinamen "Windows-KB890830-DEU.exe" auf die Festplatte und untersucht nach seinem Start blitzschnell das System. Microsoft sollte hier vielleicht in künftigen Versionen doch lieber eine Installationsroutine einbauen, damit das Tool auch im Start-Menü automatisch einen Eintrag anlegt. Außerdem ist der Dateiname nicht sonderlich klug gewählt.

Übrigens:

Wenn Sie das Tool mit dem Parameter "/q" starten, dann wird der Quiet-Mode aktiviert. Das Tool überprüft dann ohne Einblendung im Hintergrund das System und meldet sich nur dann optisch, wenn es fündig wird. Sie können diese Funktion beispielsweise dazu nutzen, damit das Tool bei jedem Systemstart den Rechner überprüft.

Das erreichen Sie beispielsweise dadurch, indem Sie eine Verknüpfung zum Tool anlegen und diese in den Autostart-Ordner ablegen. Dann rufen Sie die Eigenschaften der Verknüpfung (Rechtsklick, Eigenschaften) auf und fügen hinter dem Dateinamen und dem abschließenden Anführungszeichen den Parameter "/q" hinzu. Das "Ziel" sollte dann so aussehen:

"(Ort der Datei)\Windows-KB890830-DEU.exe" /q

Jetzt kommt unsere Kritik:

So gut der Ansatz von Microsoft auch ist. Wir müssen die Redmonder auch kritisieren. Das Tool erkennt zwar diverse Malware, allerdings nicht die derzeit wirklich gefährlichen Exemplare. Derzeit am häufigsten sind laut Statistiken der Antiviren-Spezialisten beispielsweise Würmer wie Zafi, Sober und Netsky anzutreffen. Davor bietet das Microsoft-Tool keinerlei Schutz.

Hier wäre wünschenswert, dass Microsoft in der kommenden Version des Tools nachbessert und die Erkennung und Beseitigung der Malware erweitert. Bis das geschieht, empfiehlt sich eher der Griff zum bewährten Stinger von McAfee . Das Tool erkennt und enfernt mehr Bedrohungen. Dennoch sollte auch das Microsoft-Tool im Auge behalten werden. Eine Online-Version des Tools finden Sie übrigens auf dieser Seite .


Mit dem Antiviren-Tool ergänzt Microsoft seine Palette an Sicherheitstools. Erst in der vergangenen Woche hatten die Redmonder die erste Beta eines Antispyware-Tools veröffentlicht. Im PC-WELT Test machte das Tool einen guten Eindruck. Unseren ausführlichen Test finden Sie auf dieser Seite .

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