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Mercedes-Benz kämpft mit Hightech gegen Glatteis-Unfälle

09.10.2019 | 14:48 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Im Januar 2020 startet Mercedes-Benz im Zollernalbkreis ein Pilotprojekt gegen Glatteis-Unfälle.

Mercedes-Benz wird mit dem Zollernalbkreis (Regierungsbezirk Tübingen, Baden-Württemberg, rund 190.000 Einwohner) einen Pilotversuch starten: Car-to-X-Kommunikation soll das Risiko von Glatteis-Unfällen verringern und die Effizienz des Winterdienstes verbessern. Der Test startet ab Januar 2020 und läuft bis zum Ende des Winters.

Mercedes-Benz-Pkw, die über Car-to-X-Technologie verfügen und deren Besitzer Live Traffic Service aktiviert haben, liefern demnächst in dem Pilotversuch die notwendigen Daten. Erkennen die ESP- oder ABS-Sensoren dieser Fahrzeuge rutschige Straßenverhältnisse, wird dies samt Positionsdaten über das Mobilfunknetz in Echtzeit an das Daimler Vehicle Backend gesendet. Diese anonymisierten Informationen werden dann – so das Versprechen - in Echtzeit auf digitalen Karten in den beiden Straßenmeistereien des Zollernalbkreises dargestellt. Damit soll es künftig möglich sein, den Winterdienst zielgerichteter einzusetzen und den Streusalz-Einsatz zu optimieren. Im nächsten Schritt könnten Fahrzeuge des öffentlichen Dienstes, also zum Beispiel Polizeiautos sowie Fahrzeugflotten einbezogen werden.

Die Car-to-X-Technologie soll den Abdeckungsbereich der Fahrzeugsensorik, beispielsweise Radar- oder Kamerasysteme, deutlich erweitern, weil die Sensoren anderer Fahrzeuge mitgenutzt werden. Das erlaubt sozusagen einen Blick um die Ecke. Neben der Verbesserung der Verkehrssicherheit soll die Technologie in dem Pilotprojekt aber auch zur Schonung der Umwelt beitragen, indem durch gezieltes Streuen weniger Salz verwendet wird. Ob das tatsächlich klappt, muss der Test aber erst noch beweisen.

Seit 2016 wird die Car-to-X-Kommunikation serienmäßig in Kombination mit Navigationssystemen verbaut – zunächst in der E-Klasse, mittlerweile in allen Mercedes-Benz-Fahrzeugen – und steht nach entsprechender Aktivierung durch den Nutzer zur Verfügung. Um den Dienst Car-to-X nutzen zu können, muss der Kunde allerdings über einen Mercedes-Me-connect-Account verfügen. Nur dann findet eine Datenerhebung im Auto statt und die fahrzeugbezogenen Car-to-X-Daten werden ans Backend übermittelt und dort anonymisiert.

Unter dem Begriff Car-to-X fasst man grundsätzlich die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur (beispielsweise Ampeln) zusammen. Dieser Begriff ist keinesfalls auf die Marke Mercedes-Benz beschränkt, sondern wird von allen Automobil-Herstellern, IT-Unternehmen und Infrastruktur-Unternehmen sowie Behörden verwendet.

Zur Testregion: Der Zollernalbkreis hat laut Daimler die höchsten Berge der Schwäbischen Alb. 2018 waren dort 82 Frost- und 13 Eistage zu verzeichnen.

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