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MediaMarktSaturn: 3500 Arbeitsplätze fallen weg

14.08.2020 | 11:35 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Bei MediaMarkt und Saturn müssen 3500 Mitarbeiter gehen. 14 Märkte sollen ganz geschlossen werden.

Ceconomy, der Mutterkonzern von MediaMarktSaturn, baut bei MediaMarkt und Saturn massiv Arbeitsplätze ab. Von den derzeit (Stichtag 30. Juni 2020) europaweit 45.000 Vollzeit-Mitarbeitern müssen 3500 gehen - damit bestätigen sich entsprechende Gerüchte der letzten Tage. Das teilte Ceconomy mit. Der Stellenabbau soll in den nächsten 24 bis 36 Monaten vorwiegend im europäischen Ausland umgesetzt werden. 14 defizitäre Märkte will das Unternehmen dauerhaft schließen. Darüber hinaus kann sich in den kommenden Monaten die Zahl der Märkte in Europa noch weiter verringern.

Der Stellenabbau wird - wie so oft bei Entlassungen - freundlich klingend als „Beschleunigung des Transformationsprozesses“ bezeichnet. Ceconomy will in diesem Zusammenhang eine „Vereinheitlichung der Strukturen in den Ländern und Einführung einer standardisierten Organisation in allen rund 1.000 Stores“ (davon 430 in Deutschland) erreichen. Außerdem spricht das Unternehmen von einer „Verbesserung des Einkaufserlebnisses durch kundenorientierte Neuorganisation“ und von einer „Zentralisierung administrativer Aufgaben“.

In jedem der derzeit rund 1.000 Stores werde laut Ceconomy eine Standardorganisation eingeführt, die von einem Chief Customer Officer geleitet werden soll. Das soll die organisatorischen Voraussetzungen für ein einheitlich Kundenerlebnis schaffen. Die Märkte sollen von administrativen Aufgaben entlastet werden, um ihre Kapazitäten stärker auf die Kunden ausrichten zu können. Das bedeutet, dass administrative Tätigkeiten in die Hauptverwaltungen der Landesgesellschaften verlagert werden. Vor Ort in den Filialen will Ceconomy dagegen die „Beratungs- und Servicekompetenz“ ausbauen. Unter anderem bekommen die Filialmitarbeiter eine Mitarbeiter-App, welche unter anderem Informationen zu Produktverfügbarkeiten und Mitbewerberpreisen, sowie Coupons und Video-Produktinformationen zur Verfügung stellen soll.

Letztendlich trägt Ceconomy damit der Entwicklung Rechnung, dass immer mehr Elektronikgeräte online gekauft werden und der Filialhandel dagegen an Bedeutung verliert. Die Coronakrise und die damit verbundene zeitweise Schließung vieler Filialen hat diese Entwicklung noch beschleunigt.

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