2623250

Media Markt & Saturn: Markt-Services weiter eingeschränkt nach Cyber-Angriff

11.11.2021 | 12:51 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Media Markt und Saturn kämpfen weiter mit den Auswirkungen eines Cyberangriffs. Das sind die Folgen in den Märkten und den Online-Shops.

Update, 11.11.2021: weiterhin Einschränkungen bei Media Markt und Saturn

Nach dem Cyber-Angriff auf die Server (siehe weiter unten in dieser Meldung) haben Media Markt und Saturn immer noch mit technischen Problemen zu kämpfen. Darauf werden die Besucher der Websites der Händler derzeit aufmerksam gemacht. " Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die betroffenen Systeme zu identifizieren und entstandene Schäden schnellstmöglich zu beheben. In den stationären Märkten kann es derzeit bei einigen Dienstleistungen zu einem eingeschränkten Service kommen", teilen Media Markt hier und Saturn hier mit. Konkret wird auf folgende Einschränkungen in den Märkten und in den Online-Shops hingewiesen.

In den Märkten gilt derzeit:

  • Cash & Carry wie gewohnt möglich (auch mit Kartenzahlung).

  • Finanzierung ist aktuell nicht möglich.

  • Lieferung auf Rechnung ist aktuell nicht möglich.

  • Online-Abholung und Retouren sind aktuell nicht möglich.

  • Rücknahme, Auszahlung und der Tausch von Produkten ist aktuell nicht möglich

  • Belegerstellung ist aktuell nicht möglich.

  • Es sind alle üblichen Zahlarten möglich, ausgenommen Gutscheinkarten und Clubcoupons.

  • Bei Kartenzahlungen kann es gegebenenfalls zu Wartezeiten kommen.

  • Der Verkauf von Gutscheinkarten ist nicht verfügbar

In den Online-Shops gilt derzeit:

  • Die Zustellart „Abholung im Markt“ (Click&Collect) kann bei Bestellungen vorübergehend nicht ausgewählt werden.

  • Lieferungen können sich eventuell verzögern.

Update, 9.11.2021: Hinter dem Angriff auf die Server von Media Markt und Saturn in Nacht zum Montag (siehe weiter unten in dieser Meldung) soll die Gruppe Hive stecken, wie die IT-Sicherheitsseite Bleeping Computer meldet. Die Server wurden mit der Hive-Erpressersoftware infiziert und die Gruppe verlangte zunächst ein spektakulär hohes Lösegeld von 240 Millionen US-Dollar (etwa 206 Millionen Euro). Die niederländische Nachrichtenseite RTL Nieuws berichtet, dass die Lösegeldforderung kurze Zeit später auf 50 Millionen US-Dollar gesenkt wurde. Bei der Attacke wurden Daten auf den Servern und Workstations von Media Markt und Saturn verschlüsselt.

Gegenüber Bleeping Computer erklärte Media Markt:

"Die MediaMarktSaturn Handelsgruppe und ihre Landesgesellschaften sind Ziel eines Cyberangriffs geworden. Das Unternehmen hat umgehend die zuständigen Behörden informiert und arbeitet mit Hochdruck daran, die betroffenen Systeme zu identifizieren und die entstandenen Schäden schnellstmöglich zu beheben. In den stationären Märkten kann es derzeit zu Einschränkungen beim Zugang zu einigen Diensten kommen.  MediaMarktSaturn steht seinen Kunden weiterhin über alle Vertriebskanäle zur Verfügung und arbeitet intensiv daran, dass alle Dienste so schnell wie möglich wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Über die weiteren Entwicklungen zu diesem Thema wird das Unternehmen informieren."

Mediamarkt.at informiert über Einschränkungen

Auf den deutschen Websites von Media Markt und Saturn finden sich keine Hinweise auf den Angriff. Auf der österreichischen Media-Markt-Seite wurde aber eine Informationsseite online gestellt. Dort erklärt Media Markt, welche Einschränkungen es derzeit gibt und betont dabei, dass ein Einkauf in den Märkten weiterhin möglich sei und auch alle üblichen Zahlungsarten verfügbar seien, ausgenommen Gutscheinkarten und Clubcoupons. Bei Kartenzahlungen könne es zu Wartezeiten kommen.

Aktuell sei kein Verkauf von Gutscheinkarten möglich. Außerdem sei auch eine Rückgabe und der Umtausch von Produkten nicht möglich.

Im Online-Shop sei die Zustellart "Abholung im Markt" (Click & Collect) vorübergehend eingeschränkt und bei offenen Bestellungen könne es zu Lieferverzögerungen kommen.

Ursprüngliche Meldung vom 8.11.2021: Die Server von Media Markt und Saturn sind nach einem Angriff mit einer Ransomware teils außer Gefecht gesetzt. Das berichtet am Montag unter anderem Spiegel Online, nachdem niederländische Medien bereits über Ausfälle der Kassen bei niederländischen Filialen von Saturn und Media Markt berichtet hatten. Demnach seien von dem Angriff auch Ladengeschäfte der Elektronikmärkte Media Markt und Saturn in Deutschland und den Niederlanden von der Ransomware-Attacke betroffen. Dies hat auch eine Sprecherin der MediaMarktSaturn Retail Group gegenüber dem Spiegel bestätigt.

Spiegel zitiert die Unternehmenssprecherin mit den Worten: "Wir arbeiten derzeit intensiv mit internen und externen Experten sowie den zuständigen Behörden zusammen, um die entstandenen Schäden schnellstmöglich zu analysieren und zu identifizieren. Die Online-Shops sind nicht betroffen. Für unsere Kunden besteht derzeit kein Handlungsbedarf."

Kein Zugriff auf die Firmen-Server

In der Nacht vom Sonntag auf Montag soll es einen Angriff auf die Server mit einem Kryptovirus gegeben haben. Davon betroffen seien 3.100 Server, auf denen die dort abgespeicherten Informationen verschlüsselt worden seien. Von dem Angriff seien sowohl das Warenwirtschaftssystem als auch das Kassensystem betroffen. Mit entsprechenden Auswirkungen für die Kunden und die Mitarbeiter: Die Filialen von Media Markt und Saturn konnten zwar am Montag öffnen, allerdings hatten die Mitarbeiter keinen Zugriff auf die Firmen-Server. Zunächst berichtete Spiegel, dass in den Filialen nur eine Barzahlung möglich gewesen sei. Später wurde der Bericht aber korrigiert: "Zumindest in der Filiale im Berliner Hauptbahnhof funktionierte auch die Kartenzahlung inklusive der Ausstellung eines Verkaufsbelegs", schreibt Spiegel Online.

PC-WELT Marktplatz

2623250