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Luscious: Porno-Webseite leakt Daten ihrer Nutzer

21.08.2019 | 12:49 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Daten von fast 1,2 Millionen Nutzern des Pornoportals Luscious waren zugänglich für Datendiebe. Auch 50.000 deutsche Nutzer sollen betroffen sein.

Wieder einmal hat eine Porno-Webseite die Daten ihrer Nutzer nicht ausreichend geschützt. Dieses Mal handelt es sich um die Webseite Luscious.net , auf der Nutzer pornografisches Material tauschen und kommentieren können. Darunter befinden sich vor allem computeranimierte Grafiken und Animationen.

Wie die US-IT-Nachrichtenseite Zdnet berichtet, waren die Daten von fast 1,2 Millionen Nutzern frei zugänglich für Hacker. Das Datenleck wurde von dem auf VPN-Themen spezialisierten Unternehmen vpn Mentor am 15. August 2019 entdeckt und einen Tag später den Betreibern gemeldet. Am 19. August schlossen die Betreiber die Sicherheitslücke, durch die die Daten offen lagen. Wie lange der Zugriff auf die Nutzerdaten möglich war und ob Angreifer die Daten tatsächlich gestohlen haben, ist derzeit unbekannt.

Die offenliegenden Daten beinhalten Mailadressen, Standortdaten sowie Angaben dazu, welchen Content der Nutzer auf der Pornoseite mit einem „Like“ versehen oder geteilt hat. Außerdem Benutzernamen, das Herkunftsland der Nutzer, Geschlecht und die gesamte in der Logdatei erfasste Aktivität des Nutzers. Inklusive Video-Uploads, erstellten Alben, Kommentare, Blog-Posts, Favoriten, Follower und Nutzer-IDs. Die Mailadressen lassen sich beispielsweise Nutzern aus Frankreich, Deutschland (geschätzt 50.000 Nutzer), Russland und Polen zuweisen. Etliche Nutzer haben sich sogar mit Mailadressen von staatlichen Institutionen bei dem Pornoportal registriert, unter anderem stammen diese aus Brasilien, Australien, Italien und Malaysia.

Besonders durch die Veröffentlichung der Mailadressen dürfte in vielen Fällen die Anonymität der Nutzer verlorengehen. Denn viele Mailadressen beinhalten nun einmal Namensbestandteile oder auch den kompletten Namen des Nutzers. Die „Enttarnung“ von Nutzern der Porno-Webseite könnte in Einzelfällen ernste berufliche oder persönliche Folgen haben. Niemand, der auf einer Porno-Seite aktiv ist, rechnet damit, dass seine dortigen Aktivitäten an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Doch genau das wäre mit den gestohlenen Daten möglich.

Luscious wollte sich gegenüber Zdnet nicht äußern. Nutzer von Luscious sollten umgehend ihr Zugangspasswort ändern, empfehlen die Experten von vpn Mentor.

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