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Luftkampf im Simulator: KI schlägt Kampfpiloten 5:0

24.08.2020 | 13:10 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der US-Kampfpilot hatte keine Chance: In einem simulierten Luftkampf schlug die KI den erfahrenen Piloten 5:0.

Die Defense Resarch Advanced Projects Agency ( DARPA ), also die Forschungsagentur der US-Armee, hat einen Luftkampf zwischen KI und einem menschlichen Kampfpiloten simuliert. Das Ergebnis: Die KI siegte mit 5:0 über den Menschen. Das berichtet Augengeradeaus, ein Weblog, der sich Wehrthemen im Allgemeinen und der Bundeswehr im Besonderen widmet.

Dieser Alphadogfight-Wettbewerb fand also nur im Simulator statt, es hoben keine Kampfflugzeuge tatsächlich ab. In einer ersten Runde traten die von acht Teams entwickelten Software-Lösungen in einem simulierten Luftkampf gegeneinander sowie gegen Software des Johns Hopkins University Applied Physics Lab an, um den Sieger unter den KI-Lösungen zu ermitteln. Die KI-Lösung von Heron Systems setzte sich gegen die anderen KI-Anwendungen durch und trat nun im Finale gegen den Kampfpiloten „Banger“ an. Dieser menschliche Pilot saß mit einer Virtual-Reality-Brille in einem Simulator. Doch im Dogfight mit der KI hatte er keine Chance und wurde fünf Mal besiegt.

Laut Augengeradeaus überrascht das deutliche Ergebnis Experten keineswegs. Denn bei einer Simulation treten KI und Mensch „in einer stark vereinfachten Umgebung gegeneinander an, in der der Maschine vollkommene Informationen zur Verfügung standen. Für Heron galt es nichts weiter zu tun, als Energie, Winkel, Distanz und einige weitere Parameter zu optimieren – eine leichte Übung für das per Reinforcement trainierte Deep-Learning-System.“ In einer realen Kampfsituation mit unvorhersehbaren Ereignissen und nicht vorgegebenen Rahmenbedingungen täte sich die KI viel schwerer, während hier zugleich der Mensch seine Flexibilität ausspielen könnte. Zumal sich die KI bei einem richtigen Luftkampf auch viel schwerer damit täte, Freund und Feind zu unterscheiden.

Dieses Experiment soll also nicht dafür werben, dass Kampfflugzeuge künftig nur noch von Computern und nicht mehr von Menschen gesteuert werden. Sondern dieser Wettbewerb soll das Interesse der Industrie nähren und das Vertrauen der US-Piloten in Künstliche Intelligenz steigern. Damit sich Kampfpiloten „mit dem Gedanken anfreunden, zukünftig von softwaregesteuerten unbemannten Systemen begleitet und unterstützt zu werden“, wie es Augengeradeaus formuliert. So entwickeln die USA gerade für das Tarnkappenkampfflugzeug F-35 eine derartige KI-Software als Begleitsystem. Dieses moderne US-Kampfflugzeug steht allerdings in der Kritik: F-35 - tödlichster Kampfjet der Welt schießt daneben und hat 873 Softwarebugs.

Auch Europa plant etwas Ähnliches für sein Future Combat Air System, das derzeit allerdings noch Zukunftsmusik ist: Pilot statt Computer fliegt nächsten Bundeswehr-Kampfflieger.

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