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Lootboxen: 15 Glücksspiel-Behörden schmieden Allianz

18.09.2018 | 14:50 Uhr | René Resch

15 Glücksspiel-Behörden aus Europa und den USA arbeiten nun gemeinsam am Thema: Glücksspiel in Videospielen und Lootboxen.

Lootboxen geraten immer mehr in das Visier von Glücksspiel-Behörden. Nun haben sich Behörden aus 15 Ländern zusammengetan, um gegen das Glücksspiel in Videospielen vorzugehen. Neben den bereits aktiven Behörden der Niederlande und Belgien arbeiten nun Stellen aus Großbritannien, Norwegen, Polen, Portugal, dem US-Bundesstaat Washington und weiteren gemeinsam am Thema Glücksspiel in Videospielen.

Dabei wollen die staatlichen Vertreter dafür sorgen, dass die Rechtsprechung in den jeweiligen Ländern angepasst wird, um die Nachteile von Lootboxen oder auch das Wetten auf Waffen-Skins zu bekämpfen. So sollen auch zuständige Verbraucherschutz-Institute künftig die Sache im Blick behalten und gegebenenfalls nötige Schritte einleiten, sobald Hersteller von Spielen oder dubiose Webseiten, auf denen um Loot gewettet wird, gegen geltende Gesetze verstoßen.

Appell an Publisher und Eltern

Die Publisher sollen mit ins Boot geholt werden. Der CEO der britischen Glücksspiel-Behörde, Neil McArthur, richtet sich dabei direkt an die Publisher: „Wir haben uns zusammengetan, um die Videospiel-Unternehmen aufzufordern, die öffentliche Besorgnis über die Risiken des Glücksspiels ernst zu nehmen und anzugehen. Wir ermutigen Videospiel-Unternehmen, mit ihren Glücksspiel-Regulierungsbehörden zusammenzuarbeiten und Maßnahmen zu treffen, um diese Bedenken auszuräumen und sicherzustellen, dass die Verbraucher, insbesondere Kinder, geschützt werden“.

Weiterhin richtet McArthur auch einen Appell an die Eltern: „Wir möchten, dass sich die Eltern der Risiken bewusst sind und mit ihren Kindern darüber sprechen, wie sie online sicher bleiben können.“

Britische Glücksspiel-Behörde behandelt Lootboxen lockerer

Nach aktuellem Standpunkt der britischen Glückspiel-Kommission sind Lootboxen kein Glücksspiel, so lange sie keine Items beinhalten, die mit echtem Geld verkauft werden können. Das ist auch ein Grund, warum die britischen Behörden eher die Webseiten von Dritten im Visier haben, die eben dies ermöglichen.

Aber bereits letztes Jahr wurde erklärt, dass sie das Thema im Auge behalten. Auch der Umstand, dass EA sich geweigert hat, das vom belgischen Gesetz geforderte Verbot von Lootboxen umzusetzen, macht die Spiele-Industrie bei Glücksspielbehörden nicht wirklich beliebt. Ein Verbot in ein bis zwei Ländern ist für die Publisher anscheinend noch keine große Sache, aber falls Glücksspiel-Behörden in 15 oder mehr Ländern dieselbe Linie ziehen, wird es für die Publisher wohl ungemütlich.


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