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Lilium Jet: Bayerisches Lufttaxi hebt erfolgreich ab (Update)

17.05.2019 | 08:46 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der Lilium Jet aus Oberbayern hat seinen Jungfernflug bei München erfolgreich absolviert. 2025 soll das Lufttaxi Passagiere befördern. Update mit neuen Details: Dauer des Flugs, Fabriken geplant.

Die deutsche Lilium GmbH aus Wessling (zwischen Ammersee und München) hat ihr Flugtaxi beziehungsweise Lufttaxi Lilium Jet vorgestellt. Doch anders als bei der Lufttaxi-Präsentation von Airbus im März 2019 soll der Lilium Jet vor seiner Vorstellung bereits seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert haben.

Der Lilium Jet startet senkrecht, er benötigt also keine Lande- oder Startbahn. Das Starten und für einige Sekunden Auf-der-Stelle-Schweben habe der Lilium Jet bei seinem Jungfernflug am 4. Mai 2019 im benachbarten Oberpfaffenhofen unter Beweis gestellt, wie das bayerische Unternehmen mitteilt. 40 Sekunden dauerte der Flug, im Lilium Jet saßen aus Sicherheitsgründen keine Menschen. Jetzt will das Start-up sich der Manövrierfähigkeit und dem Vorwärtsflug ihres Lufttaxis widmen.

Der Lilium Jet wiegt rund 1,5 Tonnen. 36 elektrische Jetmotoren mit einer Maximalleistung von 2000 PS, die in den Tragflächen untergebracht sind, bringen das Fahrzeug mit 300 Kilogramm Traglast in einer Stunde bis zu 300 Stundenkilometer weit. Die Tragflächen sorgen für Auftrieb. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 300 km/h liegen. Der Lilium Jet wird derzeit ferngesteuert, er fliegt also noch nicht autonom.

Die Lilium GmbH will den Lilium Jet ab 2025 als Flugtaxi mit fünf Sitzen betreiben, wobei dann aber ein Pilot an Bord sein soll. Hierzu will die Lilium GmbH eine eigene Buchungsplattform aufbauen, den Flugbetrieb wollen die Gründer ebenfalls selbst betreiben. Für die Serienfertigung des Lilium Jet will das Unternehmen bis zu vier Fabriken bauen, berichtet der Bayerische Rundfunk. Die Kunden sollen das Flugtaxi per App bestellen können. Der Lilium Jet soll nicht als exklusive Fluglimousine für einige wenige Wohlhabende, sondern als Flugtaxi für viele Normalbürger dienen und dementsprechend bezahlbar sein. Die Preise sollen denen eines normalen Taxis entsprechen.

Konkurrenten sind der bereits erwähnte City-Airbus (vier Sitze, 120 km/h, 50 Kilometer Reichweite, vier Rotoren) von Airbus und der Volocopter aus Bruchsal. Für den City-Airbus hagelte es bei der Präsentation im März 2019 Spott, weil er nicht abhob, sondern nur dastand. Mittlerweile flog der City-Airbus aber auch das erste Mal.

Der Volocopter wiederum hat längst seinen Jungfernflug hinter sich gebracht, und zwar in Dubai. Dort flog der Volocopter autonom. Ein weiterer Konkurrent ist Boeing, das ebenfalls an einem Flugtaxi werkelt.

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