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Leistungssprung bei Notebook-CPUs: AMD Ryzen 9 4900H versus Intel Core i9-10980HK

02.04.2020 | 14:36 Uhr | Michael Schmelzle

Mit hochintegrierten Ein-Chip-Systemen (SoC) wollen AMD und Intel für einen fetten Leistungssprung bei dünnen und leichte Notebooks sorgen. Die Prozessoren setzen auf ein energieeffizientes Zusammenspiel zwischen CPU-Kernen, Cache, Grafikeinheit, Speicher, Controllern und Peripherie-Schnittstellen. Die Spitzenmodelle bieten bis zu acht Prozessorkerne mit Turbotaktraten von 4,3 bis 5,3 GHz.

Mit dem AMD Ryzen 9 4900H ist jetzt auch AMDs schnellster Notebook-Prozessor erhältlich, beispielsweise im Asus ROG Zephyrus G14 . Der Achtkerner aus der Baureihe Ryzen 4000 kann dank SMT bis zu 16 Threads gleichzeitig bearbeiten. Der Basistakt beträgt 3,3 und der Turbotakt 4,4 GHz. Die Leistungsaufnahme liegt bei 45 Watt.

Neben dem mobilen AMD-Flaggschiff können Notebook-Hersteller noch sechs weitere Varianten aus der 4000H-Serie vom AMD Ryzen 5 4600HS (6 Kerne/12 Threads, 3 bis 4 GHz) bis zum AMD Ryzen 7 4900HS (8 Kerne/16 Threads, 3 bis 4,3 GHz) verbauen. Alle 4000H-Prozessoren haben die integrierte Grafikeinheit AMD Radeon RX Vega 7 an Bord. Der Grafikchip verfügt über 448 Shader-Einheiten und läuft mit Taktraten von bis zu 1600 MHz.

Damit bringen die mobilen CPUs genügend Leistung für Gelegenheitsspieler mit: Aktuelle Titel sind in geringer Detailstufe und grafisch nicht so anspruchsvolle Games wie Fifa 20 auch mit hoher Grafikqualität flüssig spielbar. Die Ryzen-4000-CPUs sollen sich laut AMD trotz der hohen Rechenleistung sehr gut für dünne und leichte Notebooks eignen: Aufgrund der 7-Nanometer-Fertigung und intelligenten Stromsparmechanismen soll der Energieverbrauch relativ gering sein.

Der Intel Core i9-10980HK ist das Top-Modell der mobilen Prozessorfamilie der 10. Generation. Der Achtkerner aus der neuen H-Serie kann dank Hypertheading bis zu 16 Threads gleichzeitig bearbeiten. Der Basistakt beträgt 2,4 GHz, im Turbomodus kann die Intel-CPU auf zwei Kernen bis zu 5,3 GHz erreichen. Das ist insofern eine erstaunliche Leistung, da die CPU nur für eine Leistungsaufnahme (TDP) von 45 Watt spezifiziert ist.

Intel Core i-10000H aka Comet Lake-H
Vergrößern Intel Core i-10000H aka Comet Lake-H
© Intel

Neben dem Spitzenmodell sind noch sieben weitere Varianten aus der H-Serie vom Core i5-10300H (4 Kerne/8 Threads, 2,5 bis 4,5 GHz) bis zum Core i9-10885H (8 Kerne/16 Threads, 2,4 bis 5,3 GHz) erhältlich. Alle H-Prozessoren bringen die integrierte Grafikeinheit Intel UHD Graphics 630 mit. Der Grafikchip verfügt über 32 Ausführungseinheiten und arbeitet mit Taktraten von 300 bis 1200 MHz. Die H-Serie unterstützt zudem WLAN-ax und Thunderbolt 3. Laut Intel sollen in diesem Jahr mehr als 100 Notebooks für die H-Serie auf den Markt kommen. Darunter sind über 30 verschiedene Laptops, die sich durch ein geringes Gewicht und eine besonders schmale Bauform auszeichnen.

Eine erste Leistungseinschätzung liefert beispielsweise Notebookcheck.net mit einem Vergleich des AMD Ryzen 9 4900HS gegen den Intel Core i9-10880H (8 Kerne/16 Threads, 2,3 bis 4,9 GHz): Danach ist die Intel-CPU bei der Single-Core-Leistung etwa 11 Prozent flotter als AMDs mobile Nummer 2. Bei der Multi-Core-Performance hat hingegen der AMD Ryzen 9 4900HS mit rund 4 Prozent knapp die Nase vor der Intel-CPU. Hochgerechnet auf die beiden Spitzenmodelle AMD Ryzen 9 4900H und Intel Core i9-10980HK dürfte Intel am Ende die mobilen CPU-Krone aufbehalten. In der Praxis sollte der Leistungsunterschied allerings nur in einigen wenigen Nutzungsszenarien tatsächlich spürbar sein.



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