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Notrufe via Telekom, Telefónica & Vodafone übermitteln jetzt exakten Standort

10.10.2019 | 13:39 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland/O2 unterstützen ab sofort das Notrufsystem AML. Damit wird bei einem Notruf von Android-Smartphonen automatisch die Position des Anrufers an die Rettungsleitstelle übermittelt. Das klappt derzeit aber noch nicht mit iPhones!

Vodafone, Telefónica Deutschland und die Deutsche Telekom haben mitgeteilt, dass deren Mobilfunknetze ab sofort das Notrufsystem AML (Advanced Mobile Location) unterstützen. AML ermöglicht eine genaue Ortung von Hilfesuchenden. Von der Aktivierung von AML im Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland profitieren dem Unternehmen zufolge alle Kunden der Kernmarke O2 sowie alle weiteren Marken und Partnermarken von Telefónica Deutschland (Blau, Aldi Talk, Tchibo mobil, AY YILDIZ, Ortel Mobile, Nettokom etc.), die ein Endgerät mit Android-Betriebssystem besitzen.

Der große Vorteil von Advanced Mobile Location laut O2: „Bei AML übermittelt das Smartphone im Zuge der Kontaktaufnahme über die Notrufnummer 112 den genauen Standort des Anrufers automatisch und bis auf wenige Meter genau an die Rettungsleitstelle. AML-Daten basieren auf exakten GPS-Koordinaten und sind damit weitaus genauer als die bisherige grobe Ortung über Funkzellen. Die Rettungsdienste können damit die Position von Hilfesuchenden exakt bestimmen und damit noch schneller an den Einsatzort gelangen.“

Die Standortübermittlung via AML ist besonders in ländlichen Gegenden, im Wald oder an abgelegenen Orten von Vorteil, wo sich ein Anrufer oft schwer tut die eigene Position exakt zu beschreiben. Außerdem hilft AML natürlich immer dann, wenn der Anrufer ortsfremd ist und überhaupt nicht weiß, wo er sich genau befindet.

Telefónica Deutschland beschreibt die Hintergründe so: „In Zusammenarbeit mit den Rettungsleitstellen und den deutschen Netzbetreibern wurde das System im September 2019 bundesweit gestartet. Auf Seiten der Behörden betreiben die Integrierte Leitstelle Freiburg-Breisgau Hochschwarzwald sowie die Berliner Feuerwehr den zentralen AML-Endpunkt. Der AML-Service wird nun sukzessive in allen rund 250 deutschen Rettungsleitstellen implementiert, die den Notruf 112 entgegennehmen. Bereits heute kann rund ein Drittel aller Leitstellen die AML-Daten von Mobilfunkkunden empfangen.“

Das AML-System benötigt keine eigene App, sondern ist in die Betriebssysteme Google Android und Apple iOS direkt integriert. Kunden müssen also keine Anwendung installieren oder anderweitig aktiv werden. Sobald sie die Notrufnummer 112 wählen, wird der Standortdienst (GPS) im Smartphone automatisch aktiviert und die genaue Position kostenlos direkt an die zuständige Leitstelle übermittelt.

Technische Voraussetzung: Android Emergency Location Service (ELS), Googles Ausführung von AML, wird von allen Smartphones mit Android 4.0 und höher unterstützt, sofern die Google Play Services installiert sind. Bei Apple wird - sobald die iPhones AML offiziell unterstützen - vermutlich iOS 11.3 Mindestvoraussetzung sein.
Datenschutz: Google habe AML so entwickelt, dass Standortdaten nur übermittelt werden, wenn der Smartphone-Nutzer die Notrufnummer 112 wählt. Die Daten werden nur eine Stunde lang im zentralen AML-Endpunkt gespeichert und danach gelöscht. Dann stehen sie nur noch der zuständigen Leitstelle zur Verfügung.

iPhones unterstützen Notrufe mit Standortübermittlung via AML in Deutschland aktuell (10.10.2019) noch nicht : Apples Betriebssystem iOS unterstützt seit Version 11.3 grundsätzlich AML. Allerdings sind die iPhones heute am 10. Oktober 2019 zum offiziellen Start von AML in Deutschland noch nicht mit dabei. Apple hat den AML-Support aber längst getestet und in einigen Staaten außerhalb von Deutschland arbeiten iPhones bereits mit AML zusammen. Wie PC-WELT aus gut informierten Kreisen erfahren hat, dürfte Apple in wenigen Tagen oder Wochen ebenfalls die AML-Nutzung in Deutschland frei geben.

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