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Lade-Roboter lädt E-Auto überall ohne menschliche Hilfe

27.12.2019 | 13:06 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein autonomer Roboter fährt samt Strom-Anhänger zum geparkten Elektro-Auto und lädt dessen Akku ohne menschliche Hilfe auf. Ist das die perfekte Lösung um E-Autos in Tiefgaragen und auf Parkplätzen aufzuladen? Denn jeder Parkplatz kann so zum Aufladen genutzt werden. Auch ohne feste Ladesäule.

Volkswagen hat einen mobilen Laderoboter samt „Strom-Anhänger“ vorgestellt. Er fährt vollkommen autonom zum E-Auto und lädt dessen Akku auf. Der mobile Roboter bringt hierzu einen Anhänger als fahrbaren Energiespeicher zum Fahrzeug, schließt diesen an und lädt damit die Batterie des E-Fahrzeugs auf.

Der Fahrer startet den Laderoboter via App. Alternativ kann der Roboter auch über eine Car-to-X-Kommunikation gestartet werden. Danach steuert der Laderoboter eigenständig das zu ladende Fahrzeug an und kommuniziert mit diesem vom Öffnen der Ladeklappe, über das Anschließen des Steckers bis hin zum Entkoppeln. Der gesamte Ladevorgang soll ohne jegliche menschliche Beteiligung ablaufen.

Der bewegliche Energiespeicher verbleibt während des Ladevorgangs beim Auto. Der Roboter kümmert sich unterdessen um das Laden weiterer E-Fahrzeuge, verspricht Volkswagen. Ist der Ladevorgang beendet, dann holt der Roboter den mobilen Energiespeicher eigenständig ab und bringt ihn zurück an die Ladestation.

Der Roboter lässt den Anhänger beim aufzuladenden Auto stehen und fährt zurück zu seiner Ausgangsstation.
Vergrößern Der Roboter lässt den Anhänger beim aufzuladenden Auto stehen und fährt zurück zu seiner Ausgangsstation.
© Volkswagen AG

Der Einsatzzweck des Laderoboters mit Strom-Anhänger dürfte offensichtlich sein: Er lädt E-Autos auf, die in Parkhäusern, auf Parkplätzen oder in Tiefgaragen abgestellt sind. VW löst damit das Problem mit den fehlenden Ladesäulen. Die Ladesäule kommt also zum Auto und nicht das Auto zur Ladesäule. Damit würden umfangreiche Baumaßnahmen in Tiefgaragen und die damit möglicherweise verbundenen Streitereien unter den Eigentümern entfallen. Zudem entfällt damit das bekannte Problem der von einem anderen Fahrzeug blockierten Ladesäule.

Der Laderoboter ist derzeit aber nur eine Studie der Volkswagen Group Components und noch nicht serienreif. Für einen möglichen Marktstart des Laderoboters gibt es noch keinen Termin.

Die Studie besteht aus einem kompakten, selbst fahrenden Roboter und flexibel beweglichen Energiespeichern, sogenannten Akkuwaggons. Letztere verfügen voll aufgeladen über einen Energiegehalt von jeweils zirka 25 kWh. Ein Laderoboter kann mehrere der Akkuwaggons gleichzeitig bewegen. Am Fahrzeug ermöglicht der Akkuwagon mit integrierter Ladeelektronik das DC-Schnellladen mit bis zu 50 kW, wie VW erklärt.

Der autonom fahrende Roboter ist ausgestattet mit Kameras, Laserscannern und Ultraschallsensoren. Je nach Größe des Parkareals oder der Tiefgarage sollen sich auch mehrere Laderoboter parallel einsetzen lassen.

Dieses animierte Youtube-Video soll den Einsatz des Laderoboters zeigen.

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