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Kritik: Amazon macht zahlende Kunden zu Betatestern

30.09.2021 | 10:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Macht Amazon zahlende Kunden zu Betatestern? Diese Kritik kommt aus den USA, nachdem Amazon seinen autonomen Haushaltsroboter Astro und eine fliegende Indoor-Kamera im Rahmen von "Day 1 Editions" vorgestellt hat.

Update 30.9.: Amazons Vorgehensweise beim Haushaltsroboter Astro ( siehe unten ) oder beim Projektor Amazon Glow oder bei der Indoor-Drohne " Always Home Cam " (die faktisch eine fliegende Ring-Kamera ist) ruft in US-Medien durchaus Kritik hervor. Alle diese neuen Produkte sind nur auf Einladung erhältlich (die es nur für Kunden aus den USA gibt) – das Ganze läuft bei Amazon unter der Bezeichnung Day 1 Editions . Zudem fragt Amazon speziell beim Astro die Einsatzbedingungen ab.

Letztendlich, so The Verge, handle es sich um einen riesigen Betatest, den Amazon da startet: Die Nutzer der ersten Astros etc. seien Betatester, die aber für ihr – noch unfertiges – Testprodukt zahlen müssten. Für das Risiko ein Beta-Produkt zu bekommen, räumt Amazon nur einen Discount auf den finalen Preis ein. Doch im Gegenzug müssten die zahlenden Betatester Amazon von ihren Erfahrungen berichten. Update Ende


Ursprünglicher Bericht: Amazons Astro-Roboter: Treppen als Todesfalle?

Amazons autonomer Haushaltsroboter Astro (Codename während der Entwicklung war „Vesta“) war das Highlight auf dem gestrigen Amazon-Hardware-Event. Doch der Roboter hat den Amazon-Entwicklern große Kopfschmerzen bereitet und scheint immer noch ein Problem zu sein, wie The Verge und Vice berichten.

So soll ein Mitarbeiter an dem Roboter-Projekt den Astro als ein „Desaster“ und als noch nicht bereit für den Einsatz bezeichnet haben. Ein anderer Projekt-Mitarbeiter soll den Roboter mit dem Adjektiv „schrecklich“ bedacht haben. Der Roboter sei demnach keinesfalls eine Hilfe für hilfsbedürftige oder ältere Menschen. Doch genau dafür soll er laut Amazon ja dienen.

Ein Haushaltsroboter mit Selbstmord-Ambitionen…

Der Roboter habe laut den Berichten Probleme mit Treppen. Ein Amazon-Mitarbeiter soll sogar behauptet haben, dass der Roboter sich die Treppe runterstürzen würde, wenn sich die Gelegenheit dazu bieten würde.

Der Roboter soll zudem relativ empfindlich sein und einige Geräte seien bereits kaputtgegangen. Für ein Gerät, das zwischen rund 1000 Dollar (Frühbestellerpreis) und 1450 Dollar (finaler Preis) kostet, wäre das nicht akzeptabel. Denn der Roboter wird zwangsläufig im Alltag oft geschubst oder gestoßen werden, schließlich fährt er auf dem Boden herum, wo zum Beispiel auch Kinder oder Haustiere unterwegs sind oder wo man mal versehentlich gegen ihn stößt. Laut Vice würde die Gesichtserkennung von Astro auch nicht immer klappen. Zudem soll ein Mitarbeiter das Datensammeln durch Astro als „Alptraum für die Privatsphäre“ bezeichnet haben.

Datenschutzexperten warnen außerdem davor, dass Fremde, also Hacker, Zugriff auf den Roboter bekommen und damit fremde Wohnungen ausspähen könnten, wie Mashable schreibt.

Amazon widerspricht

Amazon hat auf den Bericht von The Verge reagiert und betont, dass die Dokumente, aus denen The Verge und Vice zitieren, veraltet seien. Die darin gemachten Kritikpunkte würden nicht mehr dem aktuellen Astro entsprechen. Astro habe laut Amazon strenge Testläufe durchlaufen und einige 10.000 Stunden Tests mit Beta-Testern absolviert.

So können Sie sich für eine Einladung zum Kauf von Astro bewerben.
Vergrößern So können Sie sich für eine Einladung zum Kauf von Astro bewerben.

So bekommt man Astro

Interessenten aus den USA, die den Haushaltsroboter Astro kaufen wollen, müssen sich hier für eine Einladung bewerben. Dabei müssen Sie Fragen beantworten, damit Amazon erkennen kann, ob die Wohnung des Kaufinteressenten geeignet ist für den Einsatz von Astro. Bei diesem Fragenkatalog spielt wohl tatsächlich die Gestaltung der Treppe eine Rolle.

Amazon: Neuer Echo, Kameras, Thermostat & autonomer Hausroboter

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