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Kreditkarten: ADAC verspricht reibungslosen Übergang - Amazon schweigt weiter

26.10.2021 | 09:11 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die rund 1 Million Amazon-Kreditkarten werden bald ungültig. Ebenso wie die 1,3 Millionen ADAC-Kreditkarten. Der ADAC bestätigt den Wechsel und verspricht einen reibungslosen Übergang. Amazon dagegen schweigt weiter.

Amazon verliert seinen Partner für die Amazon-eigene VISA-Kreditkarte. Das berichtet die FAZ in ihrer Online-Ausgabe. Auch alle Besitzer einer ADAC-Kreditkarte sind von dem Aus betroffen. Insgesamt werden laut FAZ die Kreditkarten von rund 2,8 Millionen Menschen ungültig: 1,3 Millionen ADAC-Mitglieder und über 1 Millionen Amazon-Kunden (die übrigen Kreditkarten-Inhaber verteilen sich auf kleinere Unternehmen).

Landesbank Berlin (LBB) ist bisher Kooperationspartner

Sowohl Amazon als auch der ADAC arbeiten bei ihren Kreditkarten mit der Sparkassen-eigenen Landesbank Berlin (LBB) zusammen. Nach wie vor wird auf der Webseite der LBB sowohl die Amazon-Kreditkarte als auch die ADAC-Kreditkarte beworben. Doch laut FAZ will wohl die LBB das Geschäft mit Kreditkarten einstellen. Financefwd vermutet ebenfalls, dass diese Entscheidung von der Berliner Sparkasse ausgeht. Möglicherweise gab laut Financefwd den Ausschlag, dass der ADAC die Kooperation gekündigt hat und sich das Kreditkartengeschäft dann mit nur noch einem großen Partner, nämlich Amazon, nicht mehr lohnen würde. Doch das ist alles Spekulation.

Karten bleiben bis Vertragsende gültig

Die von Amazon beziehungsweise vom ADAC ausgegebenen Kreditkarten werden aber nicht sofort ungültig. Die LBB muss die laufenden Verträge erfüllen. Für Amazon-Kunden bedeutet das: Bis 31.12.2022 gelten die ausgegebenen Kreditkarten noch. Die des ADAC gelten sogar noch bis 31.12.2023.

Stellungnahme der LBB

Ein Sprecher der Landesbank Berlin sagte auf unsere Nachfrage zeitnah folgendes: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Vertragsbeziehungen nicht äußern. Kundinnen und Kunden können die ADAC Kreditkarte bzw. die Amazon.de VISA Karte und unseren Service wie gewohnt nutzen.“

Die LBB dementiert also die Berichte von FAZ und von Financefwd nicht!

Amazon schweigt beharrlich

Amazon dagegen hat auf unsere Anfrage bis jetzt nicht reagiert. Das ist umso bedauerlicher, weil uns bereits einige Zuschriften von Lesern erreicht haben, deren Amazon-Kreditkarten bis nach dem 31.12.2022 gültig sein sollen. Ein Leser zum Beispiel schrieb uns, dass er erst 2021 eine neue Amazon-Kreditkarte mit der LBB als Partnerbank erhalten habe, auf der als Ende der Gültigkeitsdauer  "10/25" steht. Das würde dann aber dem Bericht der FAZ widersprechen.

ADAC bestätigt und sucht neuen Partner

Der ADAC erklärt auf Nachfrage der PC-WELT folgendes: "Die aktuellen Kreditkarten sind für unsere Kunden weiterhin in vollem Umfang nutzbar. Alle abgeschlossenen Verträge sind weiterhin gültig. Für 2023 planen wir, das Programm dann mit einen neuen Kooperationspartner auszubauen. Hierfür wollen wir einen reibungslosen Übergang für unsere Kreditkartenhalter gewährleisten."

Anders als Amazon hat der ADAC das Ende der Zusammenarbeit also bereits bestätigt und betont, dass sich für ADAC-Bestandskunden keine Änderungen ergeben würden: „Die Kreditkarten können weiterhin genutzt werden und das komplette Servicepaket – inklusive Tankrabatt und Versicherungsleistungen – steht auch künftig in vollem Umfang zur Verfügung.“

Der ADAC sucht derzeit einen neuen Partner für sein Kreditkartenangebot. Der ADAC will seine Karteninhaber frühzeitig über den neuen Partner und die weiteren Schritte informieren.

Vorteile der Amazon-Kreditkarte

Die Amazon-Kreditkarte bietet einige Vorteile: Man bekommt als Prime-Kunde zum Beispiel bei jedem Einsatz Punkte gutgeschrieben, auch außerhalb bei Amazon beispielsweise in Tankstellen und Restaurants. Die Punkte können Sie dann für Einkäufe bei amazon.de einlösen.

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