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Konkurrenz für Facebook Libra: CDU plant „digitalen Euro“

26.06.2019 | 16:43 Uhr | Denise Bergert

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion will mit dem „digitalen Euro“ auf Facebooks Krypto-Weltwährung Libra reagieren.

Mit Libra kündigte Facebook in diesem Monat eine weltweite Krypto-Währung an , die Verbraucher- und Datenschützer sowie Politiker in den USA und Europa gleichermaßen beunruhigt hat . Auch die deutsche Politik hat im Zuge der Facebook-Pläne anscheinend bemerkt, wie weit die Regierungen hinter den technischen Möglichkeiten liegen. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat nun die Initiative ergriffen und unter dem Titel „Zukunftstechnologie Blockchain – Chancen für Deutschland nutzen“ in einem Eckpunktepapier eine neue digitale Ökonomie skizziert.

In dem Papier fordert die Fraktion unter anderem von der Bundesbank die Schaffung eines „digitalen Euro“ in Form einer Stable Coin. Facebooks Krypto-Währung – die 2020 eingeführt werden soll – funktioniert ebenfalls als Stable Coin. Ihr Wert soll im Stile von Sichteinlagen im Gegensatz zur Bitcoin keinen Kursschwankungen unterworfen sein. Der „digitale Euro“ kann als Libra-Gegenmaßnahme betrachtet werden.

Dem Konzept von „digitalem Zentralbankgeld“ hatte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann bereits im Mai eine Absage erteilt. Die Einführung sollte laut Weidemann „wohlüberlegt sein“. Im Krisenfall könnte digitales Zentralbankgeld zum Risiko für die Finanzstabilität werden und die Geschäftsmodelle von Banken infrage stellen, da es eine zusätzliche, liquide und sichere Anlagealternative darstellen würde.

CDU und CSU befürchten hingegen, dass den Zentralbanken bei Erfolg von Libra die Kontrolle über das Finanzsystem entgleiten könne. Die Kursexplosion der Bitcoin in den vergangenen Tagen habe gezeigt, dass Libra auch das Interesse an anderen Kryptowährungen wieder anheize.

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