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Kommentar zum Rezo-Video „Die Zerstörung der CDU“

24.05.2019 | 15:51 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Ein Youtuber zerpflückt in einem 55-minütigen Video die Politik der etablierten Parteien. Der Weckruf war notwendig, finde ich.

Ein Kommentar von Panagiotis Kolokythas
Von wegen, die Jugend interessiert sich nicht mehr für das aktuelle Zeitgeschehen und die Politik. Die öffentlichen Proteste gegen die Upload-Filter, Greta Thunberg und die „Fridays for Future“-Demos zeichnen ein ganz anderes Bild: Die Politik erreicht nicht mehr die jungen Menschen und regiert an diesen vorbei. Das könnte sich rächen, spätestens dann, wenn diese jungen Menschen an die Wahlurnen gehen.

Als ob das noch nicht genug wäre, ist da auch noch dieses Video des Youtubers Rezo vor fast genau einer Woche online gegangen, welches seitdem in allen sozialen Medien heftig diskutiert wird und auf das die CDU aus meiner Sicht bisher nur eine schwache Antwort liefern konnte. Immerhin auf 11 Seiten, aber sie zeigen, wie hilflos die etablierten Parteien im Umgang mit dem wachsenden Unmut der heranwachsenden Internet-Generation sind. Dabei verstehe ich den Titel und den Inhalt des Videos nicht als konkreten Angriff auf die CDU, vielmehr als eine Bestandsaufnahme dessen, was alle Parteien, die Verantwortung tragen, tagein und tagaus fabrizieren.

Das Rezo-Video hat bereits über 7,4 Millionen Views generiert und damit wohl mehr Jugendliche und Menschen erreicht als die meisten Videos und Berichte der Medien zur Europawahl 2019, die in Deutschland am 26. Mai stattfindet. Man kann zum Inhalt des Videos stehen, wie man will. Man kann die Argumente im Video gut finden, man kann sie auch schlecht finden. Wichtig finde ich allerdings, dass das Video überhaupt eine Diskussion anstößt, über viele Themen, die nicht nur Jugendliche betreffen, sondern uns alle.

Was mich noch mehr berührt ist, wie sachlich unter dem Video diskutiert wird. Kaum Hass, kaum Bashing, kaum sinnloses Geschwafel, wie man es sonst oft gewöhnt ist und was dem Internet einen solch schlechten Ruf beschert hat. In den mittlerweile über 127.000 Kommentaren wird vor allem sachlich diskutiert, argumentiert und es werden miteinander Meinungen ausgetauscht.

Das Rezo-Video beweist damit, dass man die Zielgruppe mit politischen Argumenten nur richtig ansprechen muss, um eine Wirkung und Reaktion zu erzielen. Es zeigt, dass die Demokratie lebt und die große Masse für so wichtige Themen wie Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden bereit ist, sich leidenschaftlich einzusetzen. Gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung.

Und egal wie man nun zum Video steht, welche politischen Ansichten man folgt, kann ich mich der Aufforderung von Rezo letztendlich nur anschließen: „Geht wählen am nächsten Wochenende. Sonst entscheiden Rentner über eure Zukunft und geil ist das nicht.“

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