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Klein, aber extrem flink und energiesparend

24.09.2005 | 20:14 Uhr |

Doch die Tröpfchenlinse hat immense Vorteile gegenüber ihren starren Urahnen: Sie springt von einer Einstellung zur anderen fast ohne Strom. Das schont den Akku von Digitalkameras oder von Handys mit integrierter Digicam. Dort liegt einer ihrer hauptsächlichen Anwendungsbereiche: Als Ersatz für die in Mobiltelefonen noch gängigen kleinen Fixfokus-Objektive scheint die Flüssigtechnik perfekt geeignet und verspricht hohe Produktionszahlen – die meisten Handys gehen heute bereits mit eingebauter Kamera über den Ladentisch. Und wo keine Mechanik, da ist auch kein Verschleiß und vor allem kaum noch Wartezeit: Während ein herkömmlicher Autofokus die Linsen mit hörbarem Surren in Richtung Optimalstellung bugsiert, ist das Tröpfchen nach wenigen Millisekunden in seiner Idealform angekommen. Etwas warten muss man jedoch noch auf Produkte: Labormuster zeigte Philips auf der CeBIT in diesem Jahr. Bis zur Serienfertigung vergehen aber noch mindestens zwei Jahre.

ELEKTRO-NASS-FORSCHUNG

Flüssige Linsen sind ein Abfallprodukt der Erkundung des Electro-Wetting-Effekts. Dieser Effekt ändert die Form von Flüssigkeiten, wenn eine elektrische Spannung anliegt. Ein Wassertröpfchen versucht beispielsweise die Oberfläche eines frisch gewachsten Autos möglichst wenig zu berühren. Es nimmt daher die Form einer – durch die Schwerkraft leicht abgeplatteten – Kugel an. Wenn man das Wasser mit Salz etwas leitfähig macht und dann eine elektrische Spannung anlegt, flacht der Tropfen ab und breitet sich deutlich aus. Er benetzt dann die Oberfläche stärker, sie wird sozusagen unter dem Einfluss der Spannung großflächiger nass.

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