2566404

Kind spielt mit Handy der Mutter: Über 2700 Euro verzockt

13.02.2021 | 18:02 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein 7 Jahre altes Kind verspielte über 2700 Euro mit dem Handy seiner Mutter. Eine Google-Play-Gutscheinkarte sollte genau das verhindern, doch die Mutter übersah eine wichtige Kleinigkeit.

Eine Meldung der Verbraucherzentrale Niedersachsen dürfte den Alptraum vieler Eltern widerspiegeln: Ein Kind hat über 2700 Euro mit dem Handy seiner Mutter verspielt.

Laut den Verbraucherschützern hat ein Siebenjähriger 2.753,91 Euro verzockt. Mit dem Smartphone seiner Mutter. Diese hatte ihrem Sohn das Mobiltelefon überlassen, damit der Junge darauf eine Lern-App sowie gelegentlich das Spiel „Brawl Stars“ nutzt. Die Mutter erlaubte ihrem Sohn einen Teil seines Taschengeldes für Google-Play-Karten auszugeben, um damit kleinere Spieleobjekte zu kaufen. Doch der Sohn spielte heimlich viel mehr und tätigte In-App-Käufe im Wert von 2.753,91 Euro. Das kam nach der monatlichen Kreditkartenabrechnung ans Licht.

Denn die Mutter hatte ihre Kreditkarte in Google Play hinterlegt. Darüber kaufte der Sohn munter für seine Spiele ein, auch nachdem das Guthaben der Google-Play-Gutscheinkarte erschöpft war. Die Mutter hatte schlicht übersehen, dass sie auch noch ihre Kreditkarte als Zahlungsmittel in Google Play hinterlegt hatte.

Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, betont, dass Minderjährige ohne Genehmigung der Eltern keine Käufe durchführen dürfen. „Daher lohnt es sich meist, den Forderungen zu widersprechen“, erklärt Körber. Im vorliegenden Fall habe die Mutter als Account-Inhaberin keinen Vertrag mit dem Spieleanbieter geschlossen. „Dass sie ihrem Sohn das Handy zur Nutzung überlässt, beinhaltet nicht automatisch die Erlaubnis, Käufe damit durchzuführen.“ Nach einem Schreiben der Verbraucherzentrale habe Google den Großteil der Forderung erlassen – insgesamt 2.654.31 Euro. 

Die Verbraucherschützer raten dringen dazu, dass Eltern die Einstellungen auf den Smartphones und in den App Stores überprüfen. „Auf jedem Gerät, das Minderjährige nutzen, sollte ein Passwortschutz für Käufe eingerichtet sein“, rät Körber. Zudem könnten eigene Accounts für Kinder helfen, Nutzungszeiten und -rechte zu regeln und den Zugriff auf Zahlungsquellen einzuschränken, wie die Verbraucherschützer raten. Auch eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter könne vor ungewollten Kosten schützen.

Weitere Informationen zu kindersicheren Geräteeinstellungen, Account-Sicherheit und Schutz vor Online-Betrug hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen zum morgigen Safer Internet Day zusammengestellt.

Teenager zahlt mit Kreditkarte seiner Mutter 20.000 Dollar für Twitch-Streamer



PC-WELT Marktplatz

2566404