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Katzen-Fall & untergeschobene Verträge: Vodafone kündigt Partnern

22.07.2021 | 11:00 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Vodafone hat laut Medienberichten Strafanzeige gegen einige seiner Vertriebspartner gestellt und deren Shops geschlossen. Wegen krimineller Vertriebspraktiken. Update: Das sagt Vodafone.

Update 11 Uhr: Vodafone untersucht Vorfälle bei externen Partneragenturen

Vodafone antwortete uns umgehend auf unsere Anfrage zu den Berichten über das Vorgehen gegen kriminelle Partnerunternehmen. Vodafones Stellungnahme mit vollem Wortlaut:

„Vodafone untersucht derzeit eine Reihe von Vorfällen bei externen Vertriebspartnern des Unternehmens. Diese beziehen sich hauptsächlich auf eine bestimmte Vertriebsregion. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich hierbei um mindestens pflichtwidriges, teils sogar strafrechtlich relevantes Verhalten zu Lasten des Unternehmens, teilweise auch zu Lasten betroffener Kunden.

 

In den bisher zur Aufklärung gebrachten Fällen konnte Vodafone unter anderem betrügerische Handlungen gegen das Unternehmen genau wie gegen seine Kunden nachweisen, in denen teils mit hoher krimineller Energie vorgegangen wurde. So wurden im Wesentlichen Vertragsabschlüsse und Buchungen von Angeboten ohne Zustimmung der Kunden ermittelt – genau wie Missbrauch bei Provisionen, Rabattierungen und Incentives zu Lasten des Unternehmens. Daneben haben wir Indizien dafür, dass durch Vertriebspartner datenschutzrechtliche Bestimmungen verletzt wurden. Darüber haben wir den Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit sowie potentiell betroffene Kunden informiert.

 

Zudem arbeitet Vodafone mit den zuständigen Staatsanwaltschaften zusammen. In fertig ermittelten Fällen hat Vodafone umgehend Strafanzeige gegen die Beteiligten erstattet und außerordentliche Kündigungen gegenüber Partneragenturen ausgesprochen. Aktuell werden identifizierte Kunden proaktiv benachrichtigt und für den entstandenen Schaden entschädigt.

Insgesamt haben wir rund 20 Themen untersucht. Weitere Fälle befinden sich derzeit in Untersuchung. Bei Konkretisierung von Sachverhalten wird Vodafone auch hier Strafanzeige erstatten und eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten.

 

Als Reaktion auf einige Hinweise hat Vodafone erste Sofortmaßnahmen ergriffen. So wurden verschiedene Provisionsmaßnahmen überarbeitet und Kontrollsysteme verschärft.“ Zitat Ende

 

Auf unsere Frage nach der Zahl der Vorfälle und einem eventuellen räumlichen Schwerpunkt erklärte uns Vodafone: „Wir haben 10 externen Partneragenturen gekündigt und gegen die Betreiber Strafanzeigen erstattet. Einen räumlichen Schwerpunkt gibt es: Es geht um zwei kleine Gebiete innerhalb eines einzigen Bundeslandes (NRW).“ Zitat und Update Ende

 

Die Kundengewinnung bei Vodafone steht bereits seit längerer Zeit in der Kritik. Jetzt berichtet Spiegel Online, dass Vodafone anscheinend härter gegen unlautere Vertriebspartner vorgehe und gegen einige seiner Kundenberater sogar Strafanzeige erstattet habe.

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Dabei soll es in der Regel darum gehen, dass die Vodafone-Vertriebspartner Kunden Verträge untergeschoben haben, die diese gar nicht wollten und nicht unterschrieben haben. Ein weiteres Problem seien außerdem Datenschutzverstöße: Einige Vodafone-Vertriebspartner haben demnach Kundendaten an Dritte weiterverkauft. Vodafone habe in letzteren Fällen den Bundesbeauftragten für Datenschutz sowie potenziell betroffene Kunden informiert.

In Fällen, in denen die beiden oben beschriebenen Vergehen nachweisbar festgestellt wurden, habe Vodafone Strafanzeige gegen die Vertriebspartner erstattet und deren Verträge außerordentlich gekündigt. Auch der Kundenberaterin, die einer älteren Kundin einen Komplettversorgungsvertrag untergeschoben hat, der auf den Namen des Katers der Kundin ausgestellt war, habe Vodafone gekündigt. Sogar 13 Läden sollen geschlossen worden sein, wie die WAZ berichtet.

Vodafone wurde per Mail auf Missstände hingewiesen

Dabei sieht Vodafone nicht nur die Kunden als die Geschädigten an, sondern sieht auch sich selbst als Opfer. Denn Vodafone sei "durch Missbrauch bei Provisionen und Rabattierungen geschädigt worden“.

Ein anonymer Hinweisgeber habe Vodafone via Mail auf die Missstände hingewiesen. Vodafone habe daraufhin 20 Fälle untersucht. Derzeit würden einige Verdachtsfälle immer noch untersucht werden.

Vodafone haben als Reaktion auf diese Missstände sein Provisionssystem überarbeitet und die Kontrollen verschärft. Laut Vodafone arbeite das Unternehmen beim Vertrieb mit rund 1400 selbstständigen Vertriebspartnern und Agenturen zusammen.

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