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Merkursonde fliegt nahe an der Erde vorbei

14.04.2020 | 10:40 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Bepicolombo soll den Planeten Merkur erforschen. Doch am Karfreitag kam die Merkursonde erst einmal der Erde sehr nah.

Update 14.4.: Die Merkursonde ist wie geplant an der Erde vorbeigeflogen. Das teilte die ESA mit. Update Ende

Sieben Jahre dauert der Flug der am 20. Oktober 2018 gestarteten europäisch-japanischen Raumsonde Bepicolombo bis zu ihrem Ziel, dem Planeten Merkur. Das ist der sonnennächste Planet unseres Sonnensystems. Dort sollen die beiden von Bepicolombo transportierten Forschungssonden den Merkur umrunden und untersuchen, seine Oberfläche fotografieren, Höheninformationen ermitteln, Strahlungen, Partikel und Spektren messen und das Magnetfeld des Merkur erforschen. Doch bevor Bepicolombo sich dem Merkur nähert, ist erst einmal die Erde an der Reihe.

Die Merkursonde fliegt nämlich am Karfreitag, 10.4.2020, vergleichsweise nah an der Erde vorbei. Am Abend des Gründonnerstags, 9. April, beginnt das Manöver; am frühen Morgen des Karsamstags ist es abgeschlossen. Durch diesen nahen Vorbeiflug an der Erde ändert Bepicolombo ihre Flugbahn und dringt so tiefer ins Zentrum des Sonnensystems vor. Nur 12.700 Kilometer wird Bepicolombo am 10. April um 6.25 Uhr von der Erde entfernt sein.

Während des Vorbeiflugs an der Erde werden einige der insgesamt 16 Messinstrumente eingeschaltet. Damit wollen die Wissenschaftler ihre Instrumente im realistischen Messbetrieb testen. Die Befehle für die jeweiligen Messinstrumente sind bereits programmiert, Änderungen während des Fluges nicht vorgesehen.

Nach acht weiteren Vorbeiflügen dieser Art, davon zwei an der Venus (der erste im Oktober 2020) und dann sechs Vorbeiflügen am Merkur, erreicht Bepicolombo Ende 2025 die angestrebte Umlaufbahn um ihren Zielplaneten.

Bepicolombo besteht aus zwei autonomen Sonden, dem europäischen Mercury Planetary Orbiter (MPO) und dem japanischen Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO, auch genannt Mio), die auf dem sogenannten Transfermodul reisen. Die obere Sonde MMO umgibt ein Sonnenschutzschild. Am Merkur angekommen werden sich beide Sonden vom Transfermodul trennen und den Merkur auf jeweils eigenen Flugbahnen umrunden.

BepiColombo während des Flugs zum Merkur: Das Transfermodul (unten) sorgt für die Energieversorgung und den Antrieb während der Anreise. Huckepack auf dem Transfermodul reisen die Sonden MPO (Mitte) und MMO (oben). MMO ist von einem zylinderförmigen Sonnenschutzschild umgeben.
Vergrößern BepiColombo während des Flugs zum Merkur: Das Transfermodul (unten) sorgt für die Energieversorgung und den Antrieb während der Anreise. Huckepack auf dem Transfermodul reisen die Sonden MPO (Mitte) und MMO (oben). MMO ist von einem zylinderförmigen Sonnenschutzschild umgeben.
© ESA/ATG medialab

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