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Kann ich meine geliebten MP3-Dateien noch abspielen?

16.05.2003 | 14:56 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Hier liegen für viele Anwender die größten Befürchtungen. Wird die Musik- und Filmindustrie Palladium als Basis für ein verbessertes Digital Rights Management nutzen? Wird die Weitergabe von Musikdateien bald unmöglich werden? Und können die Produzenten festlegen, wie oft und auf welchem Rechner ich eine durch DRM geschützte Datei abspielen kann?

Das ist in der Tat nicht nur möglich, sondern sogar sehr wahrscheinlich. Die Musiklabels und großen Filmproduzenten feilen schon länger an praktikablen DRM-Modellen. Palladium könnte für sie endlich ein gute Ausgangsbasis darstellen. Microsoft betont jedoch, dass man selbst damit nichts zu tun habe, die DRM-Entwicklung sei Aufgabe der Content-Produzenten. Palladium sei nur der Rahmen, in dem Sony und Co. ihre Modelle entwickeln können.

Denkbar ist also ein Zertifizierungsmantel für jede Musik- oder Filmdatei, in dem genau festgelegt ist, wie oft und auf welchen Geräten das Stück abgespielt werden darf und ob die Weitergabe erlaubt ist. Und dafür muss der Kunde natürlich zahlen. Dies beträfe aber nur alle neuen Musik- und Videodateien, die auf der Sicherheits-Architektur von Nexus beruhen. Anders verhält es sich mit den "alten" Multimedia-Files.

"Alle bisherigen MP3- und Filmdateien werden aber auch in Zukunft unter Windows laufen, auch bei aktiviertem Nexus", verspricht Gerold Hübner, Chief Security Officer bei Microsoft Deutschland. Der Grund liegt Microsoft zufolge auf der Hand: Da unter Nexus weder ein Lizenzierungs- noch ein Authentifizierungszwang für Software besteht (außer wenn der Software-Hersteller dies ausdrücklich will), könnten alle Programme problemlos gestartet werden.

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