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Junge Informatiker interessieren sich nicht für eine Führungskarriere

16.09.2020 | 10:15 Uhr |

Nur ein Viertel der IT-Nachwuchskräfte im Alter zwischen 21 und 31 Jahren möchte eine Führungskarriere einschlagen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Kölner Karriereplattform get in IT, für die MINT-Nachwuchskräfte zu ihren Erwartungen an den Berufseinstieg befragt wurden.

IT-Nachwuchskräfte lassen sich nicht mit einer steilen Führungskarriere locken. Bei der Frage nach den Faktoren, die ein Jobangebot besonders attraktiv machen, wählen sie "Führungsverantwortung" auf den letzten Platz. Viel wichtiger ist es für sie, einem zukunftssicheren Job nachzugehen (65,2 Prozent) oder Experte auf ihrem Fachgebiet zu werden (57,1 Prozent). Das ist eines der zentralen Ergebnisse der jährlichen Studie "Was MINT -Nachwuchskräfte von ihrem Berufseinstieg erwarten", die mit 1000 befragten Studierenden und Young Professionals aus IT und Ingenieurwesen deutschlandweit zu den größten Umfragen in dieser Zielgruppe ist. Während dieses Ergebnis vor allem für die inhaltliche Gestaltung von Stellenanzeigen relevant ist, lassen sich aber auch klare Rückschlüsse zur optischen Gestaltung ziehen.

Das Design von Stellenanzeigen ist egal

Stellenanzeigen sind in der deutschen Personalwelt immer noch ein gern genutztes Instrument, bei dem viel Zeit in die Gestaltung und das Corporate Design fließt. Fragt man die IT-Talente jedoch nach dem Stellenwert des Anzeigendesigns, ist die Antwort ernüchternd: 75 Prozent der Befragten ist die Aufmachung der Stellenanzeige "egal" oder "unwichtig". Diese Präferenz haben einige internationale Jobportale bereits erkannt und setzen auf funktionale, rein textbasierte Anzeigen. Auch Google springt auf diesen Zug auf und verzichtet in seiner im Mai eingeführten Jobsuchfunktion "Google for Jobs" auf jegliche grafische Darstellungen. Dass die klassische Stellenanzeige als Recruiting-Instrument ohnehin überholt ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie.

Junge Fachkräfte wollen aktiv angesprochen werden

63,9 Prozent der Befragten wollen von ihren künftigen Arbeitgebern aktiv angesprochen werden, anstatt sich über Stellenanzeigen zu bewerben. Dabei haben die Young Professionals genaue Vorstellungen, über wen die erste Kontaktaufnahme erfolgen soll. Nur 4,8 Prozent der jungen IT-Nachwuchskräfte wollen von einem Headhunter angesprochen werden. Die restlichen 95,2 Prozent wünschen sich einen direkten Kontakt zum Unternehmen. Ein Drittel der Befragten gibt an, nicht aktiv auf Jobsuche zu sein. "Diese Gruppe der latent Suchenden ist für Recruiter ein besonders attraktives Segment", meint Rainer Weckbach, Geschäftsführer von get in IT. Interessant sei, dass 55,1 Prozent dieser Gruppe angeben, sich dennoch von einem Jobangebot überzeugen zu lassen, vorausgesetzt die Anfrage berücksichtige ihr individuelles Profi und zeige fachlich passende Entwicklungsmöglichkeiten auf.

Bereits seit 2015 befragt das Karriereportal get in IT jährlich IT-Nachwuchskräfte zu ihren Erwartungen an den Berufseinstieg, um spezifische Einblicke in die Zielgruppe der IT-Nachwuchskräfte zu bieten. In diesem Jahr waren das Trendence-Institut und wiederholt die HTWK Leipzig aktive Partner der Studie.

Das Whitepaper der Studie steht hier zum kostenlosen Download bereit: https://www.get-in-it.de/studie/2019-2020

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