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Jugendschutzgesetz: Schärfere Regeln für Lootboxen

08.03.2021 | 16:22 Uhr | Denise Bergert

Mit einer Reform des Jugendschutzgesetzes sollen Kinder und Jugendliche vor Glücksspiel und Belästigung geschützt werden.

Der Bundestag hat in diesem Monat eine Reform des deutschen Jugendschutzgesetzes verabschiedet. Das knapp 20 Jahre alte Gesetz soll modernisiert werden und Kinder und Jugendliche sowohl vor Belästigung in Chats in den sozialen Medien als auch vor Glücksspiel und Werbung in Spielen schützen.

Ins Visier der Jugendschützer geraten mit der Reform unter anderem die sogenannten Lootboxen in Spielen. Für diese virtuellen Gewinnkisten mit Ausrüstung, Kleidung oder Waffen verlangen die Entwickler in ihren Spielen Ingame-Währung oder Echtgeld. Nutzer wissen jedoch nicht genau, was in ihrer gekauften Lootbox enthalten ist, denn darüber entscheidet der Zufall. Darin sieht die Bundesregierung "glücksspielähnliche Mechanismen". Diese Einschätzung könnte sich mit der Reform des Jugendschutzgesetzes auf die Alterseistufung derartiger Spiele auswirken. Laut dem Magazin Spiegel könnten Online-Games mit Lootboxen oder ähnlichen Inhalten künftig eine "ab 18 Jahren"-Freigabe erhalten. Das würde eventuell auch "Fifa 21" betreffen. Der Titel ist aktuell ohne Altersbeschränkung erhältlich, beinhaltet im Sammelmodus "Ultimate Team" jedoch kostenpflichtige Kartensets, die die Glücksspieleinstufung des neuen Jugendschutzgesetzes erfüllen könnten.

SPD-Familienministerin fordert außerdem eindeutige Hinweise und Piktogramme, die Kinder und Jugendliche vor dem Kauf von Spielen darüber informieren, ob diese Kostenfallen oder Gewaltdarstellung beinhalten. Verstoßen Unternehmen gegen die neuen Regelungen, drohen ihnen immense Bußgelder.

Neben dem Schutz vor Online-Kostenfallen und Abzocke rückt das neue Jugendschutzgesetz auch den Schutz vor schädlichen Online-Inhalten und Belästigung in den Fokus. Soziale Netzwerke sollen verhindern, dass Jugendliche und Kinder von Fremden online gefunden und angeschrieben werden. Damit soll vor allem Cybergrooming Einhalt geboten werden. Dabei geben sich Erwachsene in Online-Chats mit falscher Identität als Jugendliche aus und versuchen, sich mit ihren ahnungslosen Opfern im echten Leben zu treffen. Bei diesen Treffen könnte es zu sexueller Belästigung kommen. Wie genau die sozialen Netzwerke und Online-Plattformen ihre Nutzer vor derartigen Übergriffen schützen sollen, wird in der geplanten Reform noch nicht umfassend ausgeführt. Facebook betonte jedoch gegenüber dem Spiegel, dass die Sicherheit von jungen Menschen bei Instagram und Facebook an oberster Stelle stehe. Das Unternehmen will entstprechende Inhalte umgehend entfernen, sobald sie gefunden werden.

Der Bundesrat muss der Reform des Jugendschutzgesetzes nun noch zustimmen. Die neue Version soll voraussichtlich noch im Frühjahr 2021 in Kraft treten.

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