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Gestohlene Passwörter: Job-Portal Glassdoor verlangt Passwortänderung

24.08.2020 | 10:20 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Job-Portal Glassdoor fordert seine Nutzer dazu auf, sofort die Passwörter zu ändern. Diese seien auf Listen entdeckt worden, die bei anderen Webseiten gestohlen wurden.

Das Stellenportal Glassdoor fordert seine Benutzer auf, ihr Passwort zu ändern. Glassdoor habe „im Rahmen fortlaufender Sicherheitsmaßnahmen“ Kennwörter aus seiner Mitgliederdatenbank „mit Listen von Kennwörtern verglichen, die bei anderen Websites entwendet wurden.“ Dabei habe Glassdoor festgestellt, dass Benutzernamen und Passwörter von Glassdoor-Nutzern „zu jenen Daten gehören, die andernorts zugänglich geworden sind bzw. entwendet wurden.“ Glassdoor fährt fort: „Auch wenn kein Zusammenhang zwischen diesen Vorfällen und Glassdoor besteht, verlangen wir von Ihnen vor dem nächsten Zugriff auf Ihr Konto auf unserer Website das Zurücksetzen Ihres Kennworts." Dieses Zurücksetzen klappte in unserem Test problemlos.

Das US-Unternehmen Glassdoor war am 15. Januar 2015 um 6 Uhr mit einer deutschen Webseite gestartet: www.glassdoor.de . Anders als reine Online-Stellenportale veröffentlicht Glassdoor nicht nur Jobanzeigen. Und im Unterschied zu Xing oder Linkedin geht es bei Glassdoor auch nicht so sehr um die Vernetzung und das Sammeln von Business-Kontakten. Stattdessen will Glassdoor Arbeitnehmern und Stellensuchenden spannende Informationen liefern, über die Arbeitgeber sonst lieber nicht reden.

Wie viel verdient mein Kollege?
 
So gibt es auf Glassdoor eine eigene Rubrik, in der die bei Glassdoor angemeldeten Nutzer Informationen über Gehälter posten können. Wenn Sie also wissen wollen, wie viel die Kollegen in Ihrer Branche an Ihrem Ort verdienen, lohnt ein Recherche-Versuch auf glassdoor.de. Ebenso gibt es eine eigene Rubrik, in der Stellensuchende ihre Erfahrungen aus Vorstellungsgesprächen schildern können. Das dürfte nicht jeden Personalchef freuen.

Die besten Jobbörsen im Internet

Darüber hinaus können die angemeldeten Nutzer über ihre Arbeitgeber Bewertungen veröffentlichen. Das alles ist natürlich anonym möglich. Alle diese Informationen – also Unternehmensbewertungen, Gehaltsinformationen und Infos zu Vorstellungsgesprächen – kann man sowohl als aktueller Mitarbeiter als auch als Ex-Mitarbeiter des betreffenden Unternehmens veröffentlichen.
 
Und schließlich gibt es klassische Online-Stellenanzeigen. Nach diesen können Sie genauso wie nach Unternehmensbewertungen, Gehälterinformationen und Erfahrungen mit Vorstellungsgesprächen nach Jobtitel, Stichwörtern, Unternehmensnamen und nach der Region suchen.

Um Glassdoor gewinnbringend nutzen zu können und beispielsweise die Gehaltsangaben lesen zu können, ist eine kostenlose Registrierung erforderlich. Entweder mit einer verifizierbaren Mail-Adresse oder per Facebook- oder Google+-Konto. Glassdoor legt Wert auf aktive Teilnahme. Glassdoor nennt dieses Prinzip „Give-to-get-Modell“. Der Nutzer muss also eine eigene Arbeitgeberbewertung oder Gehaltsangaben posten, um Zugriff auf alle Funktionen und Informationen zu bekommen.

Alle Inhalte werden laut Glassdoor moderiert, bevor sie veröffentlicht werden. Damit soll sichergestellt werden, dass der Inhalt dem Verhaltenskodex der Community entspricht und die Identität des Absenders nicht ungewollt verraten wird. Sobald eine Bewertung eingestellt wurde, haben Nutzer freien Zugang zu den Daten aller gelisteten Unternehmen.

Apps für iOS und Android

Neben der Webseite Glassdoor.de gibt es auch Apps für iOS und Android.

Über einen freien Zugang für Arbeitgeber können Unternehmen auf Bewertungen antworten, Analysen zu potenziellen Bewerbern abrufen und unangemessene Bewertungen melden, wie Glassdoor betont. Damit soll Verleumdungen und übler Nachrede vorgebeugt werden.

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