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Java, C und C++: Kleine und große Verlierer

02.12.2016 | 15:14 Uhr |

Zwischen 11/2015 und 11/2016 verloren die drei wichtigsten Programmiersprachen im Tiobe-Index an Bedeutung. Vor allem einer der Top 3 ließ gewaltig Federn.

Java, C und C++ sind laut Tiobe-Index nach wie vor die wichtigsten Programmiersprachen. Betrachtet man aber den Zeitraum von November 2015 bis November 2016, so sieht man deutliche Trend-Unterschiede zwischen diesen drei Sprachen.

So verloren zwar alle drei Programmiersprachen in diesen zwölf Monaten Anteile beim Tiobe-Index. Was unter anderem daran liegt, dass andere Sprache wie beispielsweise Apples vergleichsweise junge Sprache Swift konsequent zulegen können. Doch die Verluste bei den Top 3 fallen unterschiedlich stark aus. Java, das nach wie vor auf Platz 1 liegt, büßte zwischen 11/2015 und 11/2016 1,65 Prozent ein und liegt nun bei 18,755 Prozent. Der Drittplazierte C++ sank um 0,78 Prozent auf jetzt 5,415 Prozent. Doch Nummer 2, der Programmiersprachen-Veteran C, verlor sogar 7,94 Prozent und liegt nun bei 9,203 Prozent. C verlor damit von allen ausgewerteten Programmiersprachen am stärksten. Besonders im August 2016 hatte C etliche Federn lassen müssen.

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Die Entwicklung der wichtigsten Sprachen im Tiobe-Index.
Vergrößern Die Entwicklung der wichtigsten Sprachen im Tiobe-Index.
© Tiobe

Darum sind Java, C und C++ so wichtig

Das ändert aber nichts daran, dass C nach wie vor die Basis vieler Betriebssysteme und Anwendungen bildet und vor allem in der Maschinen-nahen Programmierung unverzichtbar ist. Ein Hauptgrund für die nach wie vor große Verbreitung von C dürfte sicherlich sein, dass Embedded-Systeme in immer weitere Bereiche unseres Alltags vordringen und in immer mehr Alltagsgeräten Computerlogik verbaut ist (Autos, Smart Home, Roboter, Automaten). Da C die Programmiersprache schlechthin für den Embedded-Bereich und für die Maschinen-nahe Programmierung ist (von Assembler einmal abgesehen), muss immer mehr Code in C erstellt werden.

Die zwölf wichtigsten Sprachen im Tiobe-Index.
Vergrößern Die zwölf wichtigsten Sprachen im Tiobe-Index.
© Tiobe

C dürfte wohl auch vom Bastel-Trend der letzten Jahre - Stichworte: Arduino und Raspberry Pi - profitieren. So erstellt die Processing-IDE von Arduino zwar formal C++-Code, doch die Befehle, die der Arduino-Nutzer tatsächlich in die Entwicklungsumgebung hackt, sind ein vereinfachtes C. Ergänzend kann man Arduino auch in klassischem C programmieren – dafür gibt es von Atmel die entsprechenden Referenzen und Tools. Mittlerweile gibt es sogar Bücher, die den Einstieg in C anhand von Arduino lehren. Und ein Teil der Bibliotheken von Arduino ist ebenso in C wie in C++ geschrieben.

Nur suchen danach eben immer weniger Menschen bei Google, Wikipedia und Amazon. Über die tatsächliche Bedeutung einer Programmiersprache und deren Anteil am insgesamt verwendeten Code sagt der Tiobe-Index nun einmal nichts aus. Sondern eher darüber, wer in einer Sprache programmieren will.

Die Beliebtheit von Java wiederum liegt vor allem darin begründet, dass Java für Backend-Anwendungen im Unternehmensbereich weit verbreitet ist. Außerdem profitiert Java vom Android-Boom.

So setzt sich der Tiobe-Index zusammen

Der Tiobe-Index wertet die Beliebtheit beziehungsweise die Nachfrage nach Programmiersprachen im Internet aus, indem er unter anderem Suchanfragen und Einträge bei Google, Bing, Yahoo, Wikipedia, Amazon, YouTube und Baidu analysiert. Der Index wird monatlich neu erstellt. Der Index sagt nichts über die Qualität einer Programmiersprache und auch nichts über die Menge der weltweit vorhandenen Codezeilen aus.

 

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